Andachten

Was macht einen Diakon aus? – Teil 2

„Ebenso die Diener; ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, die das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren. Auch sie aber sollen zuerst erprobt werden, dann sollen sie dienen, wenn sie untadelig sind. Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allem. Die Diener seien jeweils Mann einer Frau und sollen den Kindern und den eigenen Häusern gut vorstehen; denn die, welche gut gedient haben, erwerben sich eine schöne Stufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist.“ (1.Timotheus 3,8-13)

Da in diesem Textabschnitt keine Aufgaben, von der Personengruppe der Diener, genannt werden, wollen wir uns einige Charaktereigenschaften genauer anschauen, die Paulus als Voraussetzung für einen Diakon hier vorgibt.

Ebenso die Diakone …

… nicht doppelzüngig
In erster Linie meint Paulus damit, dass ein Diener immer die Wahrheit sagt, egal mit welchen Personen er gerade redet. Es kann nicht sein, dass ein Diakon „Person A“ etwas und danach „Person B“ etwas ganz anderes erzählt, um dadurch einen persönlich Vorteil zu bekommen. Ein Diakon darf außerdem auch keine Angst vor der Meinung angesehener Personen in der Gemeinde haben und muss auch dann zur Wahrheit stehen, wenn er Gefahr läuft diesen Personen auf die Füße zu treten. Etwas, was mit dieser Aufforderung und dem Adjektiv ehrbar mitschwingt ist, dass ein Diakon nicht schlecht über andere Personen reden darf. Er muss im Stande sein Probleme und Nöte, die ihm entweder anvertraut werden oder die er, geschuldet seiner Position innerhalb der Gemeinde, zwangsläufig mitbekommt, für sich zu behalten. Nichts ist schmerzhafter für jemanden, der sowieso schon in Schwierigkeiten steckt, als wenn er mitbekommt, dass derjenige, der ihm eine Hilfe sein sollten, hinter seinem Rücken mit anderen darüber redet.

… nicht vielem Wein ergeben
Diese Aufforderung befindet sich, in etwas anderen Worten, auch in der Liste der Anforderungen für die Ältesten. Doch was genau ist damit gemeint? Ich bin der Überzeugung, dass Paulus weder hier, noch an einer anderen Stelle ein Verbot des Alkoholkonsums vorschreibt und doch scheint es so, als ob es in bestimmten Situationen weise wäre, wenn man darauf verzichten würde. Wenn beispielsweise eine Person mit einem Alkoholproblem einen Diakon um Hilfe bittet, dann wäre es sehr ermutigend für die betroffene Person zu sehen, dass ein Leben ohne Alkohol wirklich möglich ist. Die Frage, die man sich selber also stellen sollte, lautete: Könntest du von jetzt auf nachher mit dem Wein- oder Biertrinken aufhören, wenn es sein müsste? Wenn das für dich absolut nicht in Frage kommt, dann denke daran, dass du als Christ zwar die Freiheit hast Alkohol zu konsumieren, dass du dich aber gleichzeitig von nichts gefangen nehmen lassen sollst (vgl. 1.Kor 6,12).

Ebenso sollen die Frauen …
Es gibt vorwiegend zwei unterschiedliche Meinungen, wie dieser elfte Vers verstanden werden kann. Einige Ausleger meinen, dass es sich bei den hier angesprochenen Frauen um die Ehefrauen der männlichen Diakone handle, die wegen des Amtes ihrer Männer ebenfalls bestimmte Charaktereigenschaften haben müssen. Andere Ausleger wiederum vertreten die Ansicht, dass hier Charaktereigenschaften von Frauen beschrieben werden, die das Amt eines Diakons inne haben. Mir persönlich scheint die zweite Auslegung einleuchtend, da zum einen der Vers elf, wie auch der Vers acht jeweils mit dem Wort Ebenso anfangen und zum anderen keine Beschreibung der Frauen von Ältesten vorgenommen wurde. Man würde eher eine Vorgabe für die Frauen von Ältesten erwarten, als für die Frauen von Diakonen, da das Amt des Ältesten doch von größerer Bedeutung für eine Gemeinde ist und dieses Amt mit größerer Verantwortung versehen wurde.

Und so kann man zusammenfassend sagen, dass sowohl Männer als auch Frauen, die als Diakone in einer Gemeinde tätig sind, vor allem integer, zuverlässig und treu ihren Dienst ausführen müssen, egal welchen Dienst sie übernehmen.