Andachten, Gelesen

Zitat: Das Geheimnis des Evangeliums

„Das Geheimnis des Evangeliums besteht darin, dass wir tatsächlich mehr tun, wenn wir weniger darüber hören, was wir alles für Gott tun müssen und mehr darüber, was Gott bereits für uns getan hat.“* – Kevin DeYoung

In jeder Religion ist das Ziel des Menschen, Dinge für Gott zu tun und ihm näher zu kommen durch mehr oder weniger gute Taten. Menschen beten, fasten, singen, handeln, tun alles Mögliche, um vor Gott besser dazustehen. Auch als Christen stehen wir leicht in der Versuchung, uns Gottes Anerkennung verdienen zu wollen. So ist es nicht verwunderlich, dass Moralismus von Kanzeln gepredigt und das Tun des Menschen in den Mittelpunkt gerückt wird. Es ist nämlich deutlich einfacher, der Gemeinde zu sagen, was sie zu tun hat, als darauf zu vertrauen, dass die selbstständige Anbetung Gottes die Gemeinde zu guten und gerechten Taten führen wird. Wenn ich einem Menschen sage, dass er gastfreundlich sein soll, weil es Gott gefällt, wird er das wahrscheinlich eher tun, als wenn ich ihm von der Freundlichkeit Gottes erzähle. Wenn ich den Frauen der Gemeinde sage, dass sie sich unterordnen sollen ist das einfacher, als wenn ich der Gemeinde die Unterordnung Jesu unter den Vater vor Augen male.

Oft höre ich, dass Predigten praktischer sein sollten. Man weiß nach einem Gottesdienst gar nicht, was man jetzt tun soll. In dem oben genannten Zitat schreibt Kevin DeYoung, ein amerikanischer Pastor und Autor mehrerer Bücher, vom Geheimnis des Evangeliums. Es besteht darin, dass „praktische Taten“ nicht durch die Verkündigung von Moral geschehen, sondern durch die Vorstellung von Gottes großartigen Taten. Die innere Anbetung führt zur äußeren Anbetung. Die innerliche Ehrerbietung wird zur äußerlichen. Das Erkennen von Gottes Größe in seinem Werk des Evangeliums wird uns zu praktischen Werken führen, die nachhaltig und gut sind. Sie sind keine Werke zur Rechtfertigung, sondern Werke der wahren Anbetung unseres Retters. Eine praktische Predigt besteht dann darin, das Evangelium in seiner vollen Größe zu entfalten und die Gemeinde so zu guten Werken zu reizen.

Diese Größe Gottes in den Mittelpunkt der Verkündigung zu stellen erfordert Glauben an die verändernde Kraft der guten Nachricht und ist deshalb unpopulär. Meinem Freund Gottes Wesen groß zu machen, anstatt ihm einfach zu sagen, wie er sein Leben zu führen hat, ist nicht einfach. Ich wünsche uns, dass wir mehr und mehr erkennen dürfen, was Gott getan hat. Es wird unser Handeln und unser Reden beeinflussen in einem Ausmaß, das wir nicht selbst produzieren können. Lasst uns mehr darüber nachdenken und reden, wie groß Gott ist, was er tut, wie er regiert und handelt. Dann können wir erkennen, dass gerechte Taten die Folgen des Evangeliums sind und sie wahre Anbetung hervorbringen. Lies noch einmal das Zitat und bitte Gott darum, dass er dir die Größe des Evangeliums mehr und mehr aufzeigt!

*(frei übersetzt aus dem Englischen)