Andachten

Die Geschichte der Schöpfung (7/7): Vom glorreichen „noch nicht“…

Wir kennen diese Zerissenheit. Einerseits will ich mit ganzem Herzen meinem Gott dienen und nicht mehr rastlos auf der Jagd nach meiner eigenen Befriedigung sein; aber auf der anderen Seite tue ich doch gefühlt ständig Letzteres.

Mit dem Beitrag vor zwei Wochen versuchte ich aufzuzeigen, dass dieses „schon-jetzt-noch-nicht“-Prinzip in der Bibel zu finden ist und unsere Erfahrung mit der Sünde und Heiligung, mit dem Verhältnis „Alter Adam/Neuer Adam“ oder „Steinernes Herz/Fleischernes (Neues) Herz“ ziemlich gut beschreibt. Der Krieg ist gewonnen! Und: Der Krieg geht weiter und muss ausgefochten werden.

Wir rennen immer noch im Wettlauf. Ständig ist die Gefahr des Aufgebens da – und doch bewahrt Gott die seinen (1. Petr 1,5)! Um uns diesen Kampf zu vereinfachen und uns beim Rennen zu motivieren, gibt die Bibel uns phantastische Verheißungen! Sie spricht von einer neuen Schöpfung (die irgendwie schon da ist aber eben doch nicht ganz)… Sie spricht vom „glorreichen ’noch nicht'“.

Die Bibel redet von einer Welt die auf eine Art so ganz anders ist, als wir es hier erleben. Dort ist alles friedlich (Jes 11,6ff); dort wird kein Geschrei und kein Schmerz mehr sein (Jes 65,17ff; Offb 21,1ff); Gerechtigkeit wird dort wohnen (2. Petr 3,13); der schönste Bräutigam, der je existierte, hat dort für seine strahlende Braut Wohnungen bereitet (Joh 14,2-3)…

Alles Dinge, die beinahe zu schön, um wahr zu sein, sind, Dinge, die unseren Verstand und unser Vorstellungsvermögen bei weitem überragen, Dinge, über die sich zu freuen man kaum im Stande ist, weil es zu überwältigend ist.

Dort werden wir einst ankommen. Und bis dahin: Wir dürfen und sollen den Schöpfer dieser Erde repräsentieren; Wir dürfen und sollen das, was den Bach runtergelaufen ist, wieder „flussaufwärts“ bringen; wir dürfen und sollen als „neue“ Geschöpfe in dieser Welt leben und danach lechzen zu sehen, wie Gott noch weitere Neuschöpfungen erschafft; und schließlich dürfen und sollen wir als seine Schöpfungen in den Werken, die er für uns vorbereitet hat, wandeln. Seine Gnade sei mit uns allen. Amen.