Andachten

Jesus vermacht uns seine Herrlichkeit

Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, daß sie eins seien, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir – daß sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. (Johannes 17,22-23)

Ich weiß nicht, ob du dich noch an meine letzte Andacht von vor 2 Wochen erinnern kannst. Ich schrieb darüber, wie Jesus seinen Vater bat, dass er seine Nachfolger eins machen solle. Es lohnt sich vielleicht hierbei auch nochmal die Verse 20-21 zu lesen. Wenn du das getan hast wirst du wahrscheinlich merken, dass die Verse 20-21 Ähnlichkeiten zu den Versen 22-23 aufweisen. 2 Ähnlichkeiten sind markant. Zum einen finden wir in beiden Verspaaren Jesu Bitte um Einheit unter seinen Nachfolgern und zum anderen wird in beiden Fällen die Welt am Ende erwähnt. In V.20-21 ist das Ziel der Einheit unter den Christen, dass die Welt glaubt, dass der Vater wahrhaftig den Sohn auf die Erde sandte. V.22-23 sprechen davon, dass die Welt aus der Einheit der Christen heraus erkennt, dass der Vater Jesus auf die Erde sandte und seine Nachfolger liebt. Das Hauptziel des „Einsseins“ der Christen wird somit also in diesen vier Versen deutlich gemacht: Die Welt soll Jesus als gesandten Retter Gottes erkennen und glauben und darauf vertrauen, dass er auch sie retten kann.

Nun habe ich in meiner letzten Andacht bereits ein wenig über die Wichtigkeit der Einheit geschrieben. Jetzt möchte ich darüber nachdenken und zum Nachdenken anstoßen, wie es denn zu dieser auffälligen Einheit kommt.

Angefangen wird mit der Herrlichkeit Jesu, die ihm vom Vater gegeben wurde. Diese hat er an uns weitergegeben. Es stellt sich die Frage: Was ist mit dieser Herrlichkeit gemeint? Denn Jesus hatte ja schon vor seinem Leben hier auf der Erde Herrlichkeit in Fülle; er ist ewiger Gott und war schon am Anfang der Welt existent. Seit jeher besaß er perfekte Herrlichkeit.

Die Antwort oder zumindest einen Teil davon finden wir in Joh 1,12: „und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater“. Der Stand als Eingeborener gab Jesus Herrlichkeit. Er ist der einzige seiner Art. Er ist einzigartig. Er war der einzig sündlose Mensch, der je auf Erden lebte. Dies machte ihn wahrhaftig einzigartig. Das war seine Herrlichkeit, sein Glanz unter den Menschen. Dieser Glanz ist durch Jesus dazu bestimmt von uns weitergetragen zu werden. Er gibt seine Herrlichkeit, die er von seinem Vater bekam an uns weiter.

Definitiv gibt es noch große Unterschiede zwischen uns und Christus. Wir werden diese Herrlichkeit Christi auf keinen Fall so perfekt verkörpern, wie es Jesus tat. Doch durch seine Kraft verfolgen wir genau dieses Ziel, ihm ähnlicher zu werden und seine Herrlichkeit immer besser zu leben und nach außen zu tragen.

Diese Herrlichkeit können wir jedoch unmöglich alleine, nur auf uns gestellt, verfolgen. Es ist ein Ziel, das in Gemeinschaft mit anderen Christen verfolgt werden muss.

Wie soll das aber geschehen? Wie sollen wir „zusammenarbeiten“? Jesus sagt: „daß sie eins seien, wie wir eins sind“. So wie Jesus mit seinem Vater und dem Heiligen Geist eins ist, sie sind ein Gott, so sollen auch wir Christen eins sein. Die Dreieinigkeit ist perfekt und harmonisch abgestimmt. Das ist herrlich.

Wie sieht das „Einssein“ bei uns, in unseren Gemeinden aus? Herrscht bei uns eine Übereinstimmung, wie bei Gott, wo drei Personen, mit unterschiedlichen Aufgaben, sich perfekt ergänzen und zusammen EINS bilden? Oder ist es oftmals so, dass wir der Herrlichkeit, die uns Jesus eigentlich mitgegeben keinen Platz einräumen und stattdessen Uneinigkeit herrschen lassen? Meist scheinen wir doch nicht so einzigartig, wie wir als Christen eigentlich sein sollten. Das ist sehr schade. Denn dadurch untergraben wir die Herrlichkeit Christi und lassen seine Einzigartigkeit unter den Tisch fallen.

Lasst uns dafür beten, dass dies nicht passiert; dass wir vielmehr Jesu Herrlichkeit weitertragen und ihn dadurch verherrlichen können; dass dadurch ungläubige Menschen Jesus als den gesandten Retter erkennen und ihr Vertrauen ganz in ihn setzen.

Johannes 17 (13/16)