Andachten

Eine deutliche Warnung

„Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, die verbieten, zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen. Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird; denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch Gebet.“ (1.Timotheus 4,1-5)

Bereits im ersten Kapitel, in den ersten Versen des 1.Timotheusbriefes spricht Paulus von einigen, die von dem ungeheuchelten Glauben abgeirrt sind und sich leerem Geschwätz zugewandt haben. Im selben Kapitel, einige Verse später nennt Paulus den Alexander und den Hymenäus als negative Beispiele für Menschen, die im Glauben Schiffbruch erlitten haben. In den Versen, die wir heute betrachten, spricht Paulus genau dieses Thema nochmal an, wenn er von manchen spricht, die vom Glauben abfallen werden.

Diese Gruppe von Menschen erinnert mich an das Gleichnis vom Sämann, das Jesus in Lukas 8 erzählt, besonders an die Menschengruppe, bei denen der Same auf felsigen Boden fiel. Diese Menschen nahmen das gehörte Wort mit Freuden auf und glaubten für eine Zeit, doch wenn die Zeit der Versuchung kommt fallen sie ab, weil sie keine Wurzeln haben. Da nur der Same, der auf die gute Erde fällt auch tatsächlich Frucht bringt, bin ich davon überzeugt, dass es sich bei den oben genannten Personen nicht um echte wiedergeborene Christen handelt. Vielmehr sind solche Menschen gemeint, die in dem Einflussbereich der Gemeinde leben, geistliche Lieder mitsingen, ja vielleicht sogar Predigten halten aber keine lebendige Beziehung mit Gott haben. Zur Zeit des Apostel Paulus, wie auch in unseren Tagen liegt das Reich Gottes noch nicht in Reinform vor, weil schon Jesus lehrte, dass der Weizen zusammen mit dem Unkraut auf demselben Acker wächst (vgl. Mt 13,24-29). Doch wie wird der Abfall vom Glauben sichtbar?

… indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, … . Paulus beschreibt hier genau das, was er den Ältesten von Ephesus in Apostelgeschichte 20,29-31 in vorausschauender Sicht bereits sagte, nämlich, dass aus ihrer Mitte Männer aufstehen werden, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. Beide Textstellen legen nahe, dass unter den Männern, die in einer Gemeinde predigen und lehren solche sind, die ebenfalls keinen echten Glauben haben. Anstatt allein Gottes Wort zu predigen, verkündigen sie Lehren, die von Dämonen stammen und vermischen Wahrheit und Lüge. Sie machen sich selber und den anderen in der Gemeinde etwas vor, indem sie, wie ein Schauspieler in eine Rolle schlüpfen. Ihr Gewissen ist nicht mehr in der Lage Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, da es immer und immer wieder niedergeschlagen wurde. Paulus verwendet das Bild eines gebrandmarkten Gewissens, eines Gewissens, dass tot und unempfindlich gegenüber Gottes Reden ist. Und so stellen sie ihre eigenen Gesetze auf und verkehren Gottes Gebote genau ins Gegenteil. Wenn Gott sagt, dass die Menschen heiraten und sich vermehren sollen, so verbieten sie zu heiraten. Wenn Gott alle Speisen für rein erklärt, so verbieten sie bestimmte Dinge zu essen. Doch sowohl die Ehe als auch die Speisen hat Gott geschaffen, damit wir sie mit Danksagung annehmen, die wir glauben und die Wahrheit erkannt haben.

Was können wir nun aus diesem Textabschnitt für uns mitnehmen?
Ich denke, dass es jedem Christen gut tut, sich von Zeit zu Zeit zu hinterfragen, ob er im Glauben fest steht, ob Christus das Zentrum des Glaubens ist und ob in dem eigenen Leben von Gott gewirkte Frucht sichtbar ist. Es ist auch wichtig, dass wir nicht davon ausgehen, dass alle Menschen die in unsere Gemeinde gehen automatisch von Gott wiedergeboren wurden und ewiges Leben haben. So eine Annahme in der Wortverkündigung wiegt die betroffenen Personen in eine falsche Sicherheit. Diese Verse sollten uns aber vor allem ins Gebet treiben, um für die Menschen in unserer Gemeinde Fürbitte zu tun, die keinen echten Glauben haben, in deren Leben keine Veränderung, keine Frucht sichtbar ist, damit Gott sich über sie erbarmen und sie zu sich ziehen möge!