Andachten

Jesus fasst sein Gebet zusammen

Vater, ich will, daß die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. (Johannes 17,24)

So langsam neigt sich das hohepriesterliche Gebet Jesu dem Ende zu. Heute wollen wir den 24. und somit den drittletzten Vers des Gebets betrachten. Was ja am Ende von Reden, Predigten, Büchern etc. oftmals erscheint sind Zusammenfassungen. Diese dienen dazu das Gesagte oder Geschriebene in kompakter Weise nochmal zu wiederholen, sodass die Essenz des Inhalts nochmal klar aber kurz dargestellt wird. Genau dies tut Jesus in diesem Vers.

In den vorherigen Versen sprach Jesus davon, dass er seinen Nachfolgern Gottes Wort gab (V.14), dass sie es glaubten und annahmen (8) und bat nun seinen Vater, dass er sie in seinem Namen, im Glauben, vor dem Bösen bewahre (11&15). Er bittet darum, dass sein Vater sie heilig macht (17). Jesus sandte seine Nachfolger in die Welt (18) und bittet den Vater, dass sie eins gemacht werden (21-23). Und nun treffen wir in Vers 24 auf einen Vers, der all das zusammenfasst, beziehungsweise auf das letztendliche Ziel hindeutet. Jesus will, dass die, die sein Vater ihm gegeben hat (alle Glaubenden) auch bei ihm seien und seine Herrlichkeit sehen.

Was ist damit gemeint? Ich möchte nun die Bedeutung des Willens Jesu in einem Satz erklären und danach die Gedanken und Begründungen dahinter aufzeigen.

Jesus bittet seinen Vater in Vers 24 darum, dass er die Glaubenden einst zu seiner Gegenwart hole. Dorthin, wo Jesu Herrlichkeit für immer scheinen wird und wir sie bestaunen dürfen. Kurz gesagt ist seine Aussage: Nehme, die, die an mich glauben in den Himmel auf. Jesus will nicht, dass dies sofort geschieht (15), vielmehr betont er hier die Aktion an sich.

In wenigen Sätzen möchte ich erläutern, wie ich auf diese Erklärung komme. Zuallererst müssen wir festhalten, dass sich Jesu Herrlichkeit im Himmel, zu seiner Herrlichkeit hier auf Erden unterschied und unterscheidet. Jesu Herrlichkeit im Himmel wurde ihm durch seinen liebenden Vater zuteil und zwar aufgrund seines Vaters Liebe zu ihm, welche vor Grundlegung der Welt schon herrschte. In Vers 5 bittet er sogar wieder um diese Herrlichkeit, die er mal hatte. Seine Herrlichkeit auf Erden war dieser nicht genau gleich. Er wurde uns Menschen gleich, nahm Knechtsgestalt an und starb einen Verbrechertod (Dabei war er wahrer Mensch, aber immer noch wahrer Gott). Wie genau sich die Herrlichkeit unterschied möchte ich nicht näher erläutern. Der Punkt, den ich hier machen möchte, ist, dass hier in Vers 24 von Jesu Herrlichkeit im Himmel die Rede ist. Dies bedeutet dann, dass in diesem Fall der Himmel der Ort ist, wo Jesu Herrlichkeit ist. Jesu Wille ist es also, dass wir, seine Nachfolger, einst in den Himmel geholt werden.

Kann es eine schönere Zusammenfassung geben, als diese? Jesus betete für viele Anliegen und alle enden in diesem Letzten: Das ewige Heil seiner Nachfolger; dass wir ebenfalls an den Ort kommen sollen, wo Jesus ist und seine Herrlichkeit erstrahlt. Und nur durch seinen Tod, der uns Rettung verspricht, geht dieser Wille auch in Erfüllung.

Johannes 17 (14/16)