Andachten

Das Lamm Gottes – Es ist stellvertretend (3/4)

Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! (Joh 1,29)

Johannes zeigt nun auf, dass das Lamm Gottes Sünde trägt. Doch es handelt sich hierbei nicht um die eigenen. Es trägt sie stellvertretend.
Doch wie kann das sein? Welche Voraussetzung muss hierzu erfüllt sein?
Nie konnte jemand für den anderen für dessen Schuld einstehen!
Das AT besagt: „Jeder soll für seine eigene Schuld sterben!“ (5. Mose 24,16)

Frage: Wie sieht die Stellvertretung aus?
Indem Gott sich Gott hingibt, indem der Sohn den Vater ehrt und Menschen gerettet werden! Das ist Stellvertretung!
1. Kor 1,23 sagt dazu, dass dies Torheit für die Welt ist! Ja, es ist ein Skandal für den Verstand!
So fragt der Philosoph Herbert Schnädelbach in einem Aufsatz in der ZEIT: „Warum kann der christliche Gott nicht vergeben ohne Opferlamm?“

Weil Sünde nicht vergeben werden kann, sondern verurteilt werden muss! Sünden werden uns Gläubigen vergeben, doch die Sünde als solche muss in ihrer Macht gebrochen und verurteilt werden.

Ebenfalls sehr töricht äußert sich Siegfried Zimmer (Worthaus): „Als ob Gott ein Menschenopfer gebraucht oder verlangt hätte als Ausgleich für die Sünden der Menschheit. Als ob der „Zorn Gottes“ nur durch das unschuldige Opfer seines Sohnes besänftigt werden könnte.“ (Stuttgarter Nachrichten, 02.04.2015)

Solches ist nichts anderes als die Leugnung des Kerns des Evangelium an zentralster Stelle. Dies geschieht deswegen, weil die Tragweite der Schuld und die Essenz der Sünde nicht verstanden sind.

Abschließend erkennen wir: Christus identifizierte sich vollkommen mit den vom Vater ihm gegebenen Menschen. Deswegen ließ er sich auch taufen ohne es nötig gehabt zu haben. Er machte sich eins mit denen, die einst ihm gehören sollen.
Das ist Stellvertretung, vollendet im perfekten Plan Gottes, der nicht nur den Wandel stellvertretend über seinen Sohn beschloss, sondern auch die gerechte Strafe – als Lamm am Kreuz!