Andachten

Das Training eines Christen

„Wenn du dies den Brüdern vorstellst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist. Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit; denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen. Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. Dies gebiete und lehre!“ (1.Timotheus 4,6-11)

Obwohl wir heute einen längeren Abschnitt vor uns haben, wollen wir unser Hauptaugenmerk auf die Aufforderung des Paulus an den Timotheus richten: übe dich aber zur Gottseligkeit. Was will Paulus damit erreichen, wenn er dies dem Timotheus gebietet? Was steckt hinter dieser Anweisung? Und was bedeutet die Anordnung des Paulus für uns heute?

Wenn Paulus das Wort „üben, trainieren oder disziplinieren“ verwendet, so hat er dabei einen Athleten aus dem 1.Jahrhundert vor Augen, der sich auf einen Wettkampf vorbereitet. Auch an vielen anderen Stellen gebraucht Paulus das Bild eines Wettkampfes, wenn er das geistliche Leben der Christen charakterisieren will (vgl. Hebr 12,1.2; 1.Kor 9,24-27). Doch was genau bedeutet dieses Wort? Was tat ein Wettkämpfer, der sich auf ein großes Ereignis, wie die Olympischen Spielen der Antike, vorbereitete?
Es war eine Vorbereitungszeit von oft zehn Monaten oder mehr von Nöten, um sich z.B. auf den Marathonlauf vorzubereiten. Mehrstündiges tägliches Training stand auf dem Programm, bei dem die Personen oft bis an die Grenzen ihrer Kräfte gingen. Manche von ihnen suchten auch Trainer auf, um von ihnen zu lernen. Doch zeichnete alle Anwärter eines gemeinsam aus, dass sie all das, was sie irgendwie stören oder davon abhalten konnte, so schnell wie möglich den Lauf zu beenden, ablegten. Nicht nur die Kleidung wurde abgelegt, sondern auch schlechte und nicht fördernde Gewohnheiten, der ganze Tagesablauf wurde geändert, ja das ganze Leben wurde darauf ausgerichtet, sich so gut wie irgend möglich auf diesen Wettkampf vorzubereiten, um später als Sieger vom Platz zu gehen.

Genau dieses Verhalten der Selbstdisziplinierung will Paulus bei Timotheus in seinem geistlichen Leben sehen. In dem Lesen des Wortes Gottes, im Gebet, in der Wortverkündigung, im Evangelisieren, … . Das gleiche gilt auch für die Kinder Gottes des 21.Jahrhunderts. Mit dem Tag deiner Wiedergeburt, als du auf die Rennbahn gesetzt wurdest, bis zu dem Tag, an dem Gott dich zu sich holt und dein Lauf vollendet sein wird, bist du dazu aufgefordert. Doch Paulus belässt es nicht bei dieser Anweisung, sondern er richtet unsere Blicke auf das Endziel der Gottesfurcht: die Verheißung des zukünftigen Lebens. Die Athleten der Antike und auch viele Sportler in unseren Tagen knechten ihren Körper und disziplinieren sich, um vergänglichen Erfolg in diesem kurzen Leben zu erlangen. Wie viel mehr sollten wir der Anordnung des Paulus nachkommen, da wir eine so viel größere und wertvollere Verheißung, nämlich die des ewigen Lebens, haben?

Ich glaube wir alle haben es nötig, unsere Gewohnheiten anhand des Kriteriums zu überprüfen, ob sie uns in dem geistlichen Wettkampf helfen oder uns behindern, ob sie uns voranbringen oder uns zurückhalten.