Andachten

DankBar

„Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?“ (Galater 3,3)

Ein Mann kommt in eine Bar. Er klopft sich den Staub von seiner Hose und man sieht Schweißperlen an seiner Stirn hinunterlaufen. Der durstig aussehende Kerl setzt sich mit letzter Kraft an die Theke und murmelt ein „Wasser bitte“ mit trockener Stimme zum Barkeeper. Völlig ausgelaugt nimmt er die ersten Schlücke und seine bis dahin leeren Augen beginnen sich wieder mit Leben zu füllen. An seiner zerrissenen Kleidung wird deutlich, dass er nicht in der Lage sein wird, dieses Glas Wasser zu bezahlen.

Hast du die Szene im Kopf? Kannst du dir vorstellen was als nächstes passieren wird? Was wäre, wenn der Barkeeper ihm das Wasser kostenlos geben würde? Wenn er es einfach umsonst bekäme? Das würde dem durstigen Mann jegliche Peinlichkeit und Schuld ersparen. Ich glaube, dass wir als Christen genau wie dieser Mann sind. Wir brachten uns in eine Lage, in der wir eigentlich völlig beschämt und schuldig vor Gott stehen. Er erlässt uns nicht nur ein nicht bezahltes Glas Wasser, sondern unsere volle Schuld vor ihm.

Ich habe beigebracht bekommen, dass ich zu meiner Errettung nichts beitragen kann. Das einzige was ich bringen kann ist mein Dank. „Jesus tat alles für dich – was tust du für ihn?“ ist einer der Sprüche gewesen, anhand derer meine Dankbarkeit sich in Wort und Tat zeigen sollte. Und versteh mich nicht falsch, ich bin Gott unendlich dankbar für seine Gnade mir gegenüber. Aber ich glaube, dass wir schnell unsere Dankbarkeit zu einem nachträglichen Werk machen, durch das Gott uns anerkennt. Ein guter Christ ist dankbar für seine Errettung und zeigt das entsprechend – und wird dadurch ein Stück seine Annahme vor Gott mit beeinflussen wollen. In seinen Briefen sagt Paulus dazu soviel wie: „Die Größe deines Dankes bestimmt nicht über deinen Stand vor Gott – das hat die Größe Jesu bereits getan!“

Den Galatern sagt Paulus, dass alle Dinge, die sie „um Gott zu gefallen“ tun, nichts bringen. Die Galater versuchten, durch das Halten des Gesetzes Gottes Anerkennung zu erhaschen. Paulus muss sie korrigieren in dem oben stehenden Vers. Jesus hat unsere Errettung und Annahme bei Gott vollständig bewirkt, wir können absolut nichts dazu tun. Meinen Dank darf ich Gott bringen, aber nicht um besser vor ihm dazustehen. Ich muss nichts für Jesus tun, damit er seine mir erwiesene Gnade als nachvollziehbar anerkennt. Das Evangelium bringt mich dazu, meinen Dank nicht als Werk zu sehen, sondern als Gnade, dass ich diesen Dank überhaupt vor Gott äußern darf.

Der Mann an der Bar ist dankbar. Und vielleicht darf dieses Bild der DankBar heute mit dir gehen und dich erinnern, dass Jesus Christus alles getan hat um dich vor Gott perfekt hinzustellen. Die Größe deines Dankes bestimmt nicht über deinen Stand vor Gott – das hat die Größe Jesu bereits getan!