Andachten

Jesus, die Welt und seine Jünger

Gerechter Vater! – Und die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast. (Johannes 17,25)

Ich weiß nicht, ob du in deinem Leben schon einmal deinen Vater mit „gerechter Vater“ angesprochen hast. Ich gehe davon aus, dass dies nicht der Fall ist. Das kann daran gelegen haben, dass du als Kind in gewissen Situationen deinen Vater sogar als ungerecht betrachtet hast (z.B. wenn er dich scheinbar nicht gleich behandelt hat, wie deine Kinder). Ich denke jedoch, dass es meist eher daran liegt, dass diese Anrede im allgemeinen Sprachgebrauch einfach nicht üblich ist.

Bei Jesus sieht das natürlich etwas anders aus. Er nennt seinen Vater tatsächlich „gerechter Vater“. Und das mit Recht. Der Vater im Himmel ist durch und durch gerecht. Wir sehen das in der kompletten Geschichte der Bibel. Er lässt das eintreffen, was er voraussagte. Er gebietet den Menschen etwas, was dann auch genauso eingehalten werden soll. Kurz gesagt: Er tut, was er verspricht.

Diesen gerechten Vater betet Jesus an. In dem heutigen Vers finden wir jedoch weder eine (Für-)Bitte noch einen Dank oder Lobpreis. Vielmehr ist das eine Information oder ein Bericht den Jesus hier weitergibt. Dies ist übrigens interessant im Hinblick auf unser Gebet. Wir meinen oft wir müssen im Gebet immer bitten, danken, loben, klagen etc. Jesus berichtet Gott hier einfach von seinem Wirken hier auf Erden. Nun aber zurück zum eigentlichen Gedanken. Es ist unschwer zu erkennen, dass Jesus in V.25 über das Thema „Erkennen“ schreibt. 3 verschiedene Komponenten sind in diesem Vers wichtig: Die Person, die Erkenntnis (, die die Person hat) und das Objekt, das erkannt wird. Die Personen sind verschieden. Zuerst ist da die Welt, welche die Menschen sind, die nicht an Gott glauben. Dann nennt sich Jesus selbst, der genauso wie sein Vater gerecht ist. Und zuletzt werden noch Jesu Jünger genannt. Die Komponente der Erkenntnis ist bei allen die gleiche. Bei allen wird über dieselbe Erkenntnis gesprochen, jedoch haben nur Jesus und seine Jünger die Erkenntnis, welche zur Rettung führt; die Welt hat keine Erkenntnis. Die dritte Komponente ist das Objekt der Erkenntnis. Bei der Welt und Jesus handelt es sich um dasselbe Objekt, nämlich Gott. Bei den Jüngern handelt es sich streng genommen um ein anderes Objekt, nämlich um die Handlung Gottes, Jesus auf die Erde zu senden (z.B. Mt 16,15).

Was können wir aus diesem Bericht Jesu lernen? Es ist die Welt, die Jesus und somit auch seinen Vater nicht erkannt hat. Sie hat mit hörenden Ohren nicht gehört und mit sehenden Augen nicht gesehen (Mt 13,13).

 Es ist Jesus, der Gott vollkommen (er-)kennt. Er kennt seinen Vater einwandfrei, denn er und der Vater sind ja eins (Joh 10,30). Es ist Jesus, der seinen Nachfolgern die Erkenntnis gibt, dass er das gesandte Opfer seines Vaters ist (Joh 14,6), um unsere Sünden von uns zu nehmen. Durch sein Blut werden wir rein und werden ebenfalls gerecht.

Danken wir doch Jesus dafür, dass er uns diese Erkenntnis geschenkt hat und bitten wir ihn gleichzeitig darum, dass er den Ungläubigen (aus unserem Umfeld) ebenfalls diese lebensspendende Erkenntnis schenkt.

Johannes 17 (15/16)