Andachten

Jeder Mensch muss wissen, dass er ein Sünder ist

Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann und komm hierher. Das Weib antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann; denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hierin hast du wahr geredet.‭‭ (Johannes‬ ‭4,16-18)

Jesus lenkt in diesen Versen die Aufmerksamkeit der samaritischen Frau auf die Sünde, die sie vor Gott schuldig macht. Sie ist eine Ehebrecherin. Sie lebt derzeit mit einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Zusätzlich hatte sie schon fünf weitere Männer. Sie hat somit das Gesetz Gottes gebrochen und lebt in Rebellion gegen Gott, denn sie rebelliert gegen das, was Gott verordnet hat. 

Du sollst nicht ehebrechen.‭‭ (2. Mose‬ ‭20,14‬)

Jesus war es wichtig, dass diese Frau um ihren Zustand Bescheid weiß – sie ist eine Sünderin, eine Gesetzesbrecherin -, da diese Erkenntnis so entscheidend für den Rest der Wahrheiten des Evangeliums ist. Wenn wir nicht verstanden haben, dass wir Gesetzesbrecher sind, dann machen die folgenden Wahrheiten von Jesus, die wir uns die nächsten Wochen anschauen werden, keinen Sinn. Sie tangieren uns nicht. Solange diese Frau Ihre Verdorbenheit nicht ansatzweise erkennt, wird sie sich nicht nach Erlösung in Jesus sehnen. Das Evangelium ohne die Erwähnung der Sünde ist kein Evangelium. Ohne ein Verständnis dafür, wer wir vor Gott sind, schuldige Rebellen, die absolut ewige Verdammnis verdient haben, ist die Gnade bedeutungslos. 

Thomas Watson:  Bis zu dem Zeitpunkt, dass Sünde uns bitter geworden ist, wird Jesus uns nicht süß. 

Ich bin mir dessen bewusst, dass es keinen Spaß macht mit anderen über Sünde zu reden, ihnen zu sagen, dass sie tot, entfremdet, blind, krank, versklavt, etc. sind. Aber genau das müssen Menschen hören, um offen für das Evangelium zu werden. Leider sieht es oft so aus, dass wir einen Bogen um diese Wahrheiten machen. Es fällt uns vielleicht nicht schwer anderen Menschen zu sagen, dass wir Christen sind, zudem zu erwähnen, welche Tugenden und Werte wir verfolgen. Nicht nur das, wir bekommen sogar noch Respekt für diese Werte wie “kein Sex vor der Ehe” zugesprochen, die in der heutigen Zeit nicht mehr gängig sind, oder werden für unser soziales Engagement in unseren Gemeinden und Jugendgruppen gelobt. Aber das, worum es wirklich geht, verschweigen wir. Die Menschen werden nicht durch das Erzählen meines tollen Christseins gerettet (was oft gar nicht der Fall ist)! Nein, sie werden nur durch das Evangelium gerettet. Aber da scheitert es all zu oft, da wir nicht den Mut aufbringen, den Menschen um uns herum zu erzählen, wie schlecht es um sie steht. 

Jesus wusste, dass die Frau niemals die Botschaft des Evangeliums verstehen wird, wenn sie ihre ausgangslose Lage nicht erkennt.

Vielleicht ist es heute erneut an der Zeit, unseren dreieinen Gott darum anzuflehen, dass er uns Freimütigkeit schenkt, seine rettende Botschaft in Klarheit weiter zu geben.