Andachten

Eigenschaften Gottes (1/8): Gottes Einheit

Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Psalm 90,2)

Bei den Eigenschaften Gottes unterscheidet man zwischen „übertragbaren“ und „unübertragbaren“ Eigenschaften (so umschreibt es die reformierte Orthodoxie). Mit Letzterem sind Eigenschaften gemeint, welche Gottes Geschöpfen in keiner Art und Weise zugeschrieben werden können. Sie sind also nicht gemeinsam (für Menschen und Gott) verwendbar, sondern einzig und allein Gott zuteilbar. Dies sind zum Beispiel Gottes Einheit, Unendlichkeit, Unveränderlichkeit und Vollkommenheit.

Andererseits können „übertragbare“ Eigenschaften auch Geschöpfe besitzen, wie beispielsweise Wissen, Wille, Macht und Recht/Gerechtigkeit. Diese sind aber beim Menschen keinesfalls in derselben Vollkommenheit anzutreffen wie Gott sie besitzt.

Nun zur „Einheit“, einer unübertragbaren Eigenschaft Gottes. Darunter versteht man drei Unterbegriffe:

  1. Gottes Ursprünglichkeit, welche mit der
  2. Unabhängigkeit Gottes, zusammenhängt.
  3. Gottes Einfachheit (im Sinne seiner Geistlichkeit und Unsichtbarkeit)

Gottes Ursprünglichkeit bedeutet, dass Gott der erste Seiende ist. Sein „Sein“ ist unabhängig von jeglichen Anfängen und äusseren Ursachen. Gott IST aus sich heraus – man spricht dabei auch von Gottes Aseität (Aus-sich-Sein). Diese Ursprünglichkeit und Unabhängigkeit beziehen sich auf sein „Sein“ als auch auf sein „Wirken“.

In Bezug auf uns Menschen ist Gottes Einheit unbedingt und notwendig. Denn wir, die Geschöpfe, sind „kontingent“, sprich „möglich“. Denn unser Ursprung liegt im Schöpfungsdekret Gottes. Woher sonst sollte das Leben kommen? Was ist überhaupt Leben? Es war Gottes Wille, dass wir leben und „er blies uns den Odem des Lebens in unsere Nase“. (Genesis 2,7)

Hätte Gott uns nicht erschaffen, so „wären“ wir nicht. Dadurch ist unser „Sein“ vom notwendigen „Sein“ Gottes und seinem Schöpfungsentscheid abhängig.

Die Einzigartigkeit Gottes zeigt sich auch darin, dass er allein vollkommen gut und wahrlich weise ist!

Einen spannenden Schlussgedanken zur Einfachheit Gottes: Im Dekalog lesen wir: „Du sollst dir kein Gottesbild machen noch irgendein Abbild […]“. Wenn man die Einfachheit Gottes deklariert, so drückt sie die „Unkörperlichkeit“ Gottes – seine Unsichtbarkeit aus. Daher dürfen, ja können wir Gott nicht abbilden. Selbst wenn wir dies versuchen, ist uns ein (adäquates) Abbild seines Wesens verwehrt, da uns eine eigentliche Schau Gottes unmöglich ist.

Ehre und Herrlichkeit sei dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren und einzigen Gott, in alle Ewigkeit, Amen. (1. Timotheus 1,17)

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