Andachten

Vier Stimmen des Trostes in Jes 40 – Erlösung (2/5)

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems, und ruft ihm zu, dass sein Frondienst vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist! Denn es hat von der Hand des HERRN das Doppelte empfangen für all seine Sünden. (Jes 40,1-2)

Die erste Stimme ist ein literarisches Gedicht: Sie richtet sich an das Herz Jerusalems!
Im Hebräischen spricht man so zu seiner Geliebten! Wie warm muss es den Menschen Jerusalems ums Herz geworden sein, wieder als Geliebte betrachtet zu werden.
Gott ist es hierbei, der eine Liebesbeziehung erzeugt, da die Züchtigung in Babel ihre Wirkung erreicht haben wird!
So eine Aussage tröstet! Trösten ist jedoch nicht bemitleiden, sondern ermutigen!
Im Englischen ist das Wort Vertrauen „trust“  dem selben Wortstamm der Bedeutung „Trost“ entnommen. Trösten heißt somit zur Vertrauensfähigkeit hinführen, Stabilität geben!
Gott wird mit den Seinen an Sein Ziel kommen! Das ist der Kern der Aussage. Das erwählte Volk entrinnt Gott nicht, es gerät nicht in Vergessenheit, Gott bereut seine Auswahl nicht – sondern spricht ihm herzliches Erbarmen zu.

Zwei Dinge gibt diese erste Stimme mit:
a) Die Mühsal ist beendet
Gott weiß, wann genug Zucht erfolgt ist! Er kennt das Maß Er weiß wann die Zeit der Wiederherstellung erfolgt. Dazu ist es Gott der die Mühsal gibt – und Gott beendet diese auch! Die Formulierung im Passiv gehalten; Gott ist der Handelnde soll dabei zum Ausdruck gebracht werden.
In Kla 3,33 lesen wir zudem, dass Gott nicht von Herzen seine Kinder plagt, Er ist kein
Sadist, es macht ihm nicht Spaß, Er tut es nicht aus Freude, sondern weil es zur Genesung deiner und meiner Person beiträgt! Er bereitete das Exil, weil es zur Gesundung des Volkes Gottes hinwirkte.

b) Die Schuld ist abgetragen
Gott lässt durch Jesaja darauf verweisen, dass abgetragen WURDE. Dies bedeutet: Nicht Israel ist es, das abgetragen HAT. Gott ist es, der die Methode bestimmt hat, Er sorgt für die Durchführung und auch für den Ausgang des Exils.
Jesaja gibt hier einen perspektivischen Ausblick auf Christus: ER trägt ab, niemand wird für sich abtragen oder bezahlen können. Niemand soll jemals auf die Idee kommen, dass er selbst womöglich zur Begradigung was beigetragen hat!

Eine Frage: Hast du manchmal das Gefühl, dass Gott dich nun bezahlen oder abtragen lässt für etwas, was du getan hast? Dass du leidest, weil du nun bezahlen musst?
Genau das ist es nicht, liebes Kind Gottes!
In Jesaja 53 wird Jesaja später schreiben: Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünde willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.
Vers 8: Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Nicht du wirst gestraft – Christus wurde gestraft!
Nicht dein Leid egalisiert – Christi Striemen sind es, die Erlösung durch den Tod brachten

Die erste Stimme des Trostes betont: Gott führt ins Leid – und er schafft auch die Erlösung daraus!