Andachten

Vier Stimmen des Trostes in Jesaja 40 – Zuversicht (5/5)

Auf einen hohen Berg steig hinauf, du Freudenbotin Zion! Erhebe mit Macht deine Stimme, du Freudenbotin Jerusalem! Erhebe sie, fürchte dich nicht! Sprich zu den Städten Judas: Siehe da, euer Gott! Siehe, der Herr, HERR, kommt mit Kraft, und sein Arm übt die Herrschaft für ihn aus. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Belohnung geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen, die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten. (Jesaja 40,9-11)

Jesaja kommt nun zur vierten und letzten Stimme des Trostes in Kapitel 40. Diese Stimme ist eine Sensation! Gott bezeichnet sich als Hirte. Erstmalig stellt sich Gott überhaupt in Seinem Wort hier persönlich als Hirte vor.
Wir haben uns an den Vergleich mit dem Hirten gewöhnt. Jesus selbst bezeichnet sich mehrfach als Hirte, bzw. weckt Assoziationen zum Hirtendienst (vgl. Joh 10,9.11) und der Hebräerbriefschreiber zeigt uns den Hirten, der Schafe aus den Toten herausführt (Hebr 13,20).

Gottes Wort zeigt uns: wenn du dir Gott vorstellen willst, dann stell‘ dir einen Hirten vor! Hierbei sieht der Hirte den Einzelnen.  Zum einen spricht Jesaja von Lämmern: Diese benötigen in ihrer Jugend das geistliche Einmaleins in Babel, fernab des heiligen Zentrums des vernichteten Jerusalems. Sie benötigen behutsame Pflege und müssen mit Nachsicht an die göttliche Nahrung hingeführt werden.
Aber Jesaja verweist auch auf die Mutterschafe. Diese haben mit ihren 80 oder 90 Jahren ebenfalls noch Korrektur nötig, um nicht wieder in die selben Sünden zu fallen. Auch David wusste darum bescheid. In Ps 51,14 bittet er Gott, er möge ihn mit einem willigen Geist stützen.

Jesaja zeigt auf: Gott zieht nicht mit einem Kamm einheitlich über alle drüber. Er erzieht individuell. Er hat den Blick für die Bedürfnisse des Einzelnen und sorgt sich explizit für die Jungen und die Alten.

Am Ende des Kapitels hebt Jesaja den Blick der Juden an den Himmel. Gott verweist auf die Sterne, welche bekanntermaßen in Babylon fachkundig studiert wurden. Dabei gibt er seinem Volk die Verheißung mit: Ich rufe sie mit Namen! Wenn ihr in Gefangenschaft seid, schaut die Sterne an. Sie erinnern euch daran, dass ich auch jeden Namen von euch kenne und euch im Blick habe. Wenn ich schon die Sterne weide – dann weide ich auch meine Schafe!