Andachten

Psalm 84 (3)

Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des Herrn; nun jubeln mein Herz und mein Leib dem lebendigen Gott zu! (Palm 84,3)

Stell dir mal vor, du läufst in der Stadt herum und siehst auf einmal eine Gruppe von Menschen, die laut rufend, jubelnd, mit funkelnden Augen Lieder singend, an dir vorbei marschieren. Und du fragst dich, was wohl der Grund ist, warum diese Gruppe so freudig ist, wohin sie geht und weswegen sie aus voller Kehle singt. 

So oder so ähnlich stelle ich mir den oben zitierten Vers vor. Ich habe bereits erwähnt, dass dieser Psalm ein Pilgerpsalm ist, also ein Psalm, den die Israeliten auf dem Weg zu dem Tempel sangen, wenn wieder ein Fest anstand und sie sich dort versammelten, um Gott anzubeten und ihm zu dienen.

Die Söhne Korahs und viele andere Israeliten waren auf dem Weg zu dem Tempel, der in diesem Psalm beschrieben wird. 

Was muss das für ein Anblick für die Menschen gewesen sein, die den Israeliten beim Pilgern zugeschaut haben? Die Psalmisten waren von einer tiefen und innigen Sehnsucht ergriffen. Ihre Seelen begehrten nach ihrem Gott und sie sehnten sich nach seiner Gegenwart. Sie waren ganz von dem Gedanken eingenommen, dass sie bald in die Gegenwart Gottes treten dürfen. Sie sehnten sich sehr danach, mit den anderen Gott in den Vorhöfen des Herrn zu dienen und ihn anzubeten. Sie konnten an nicht anderes denken, als an das: Wann kann ich endlich wieder im Tempel sein? Wann kann ich Gott in seinem Haus wieder dienen? Wann darf ich wieder in den Vorhöfen sein? (Den Söhnen Korahs, wie auch den anderen Israeliten war es nichts gestattet, in das Heiligtum oder das Allerheilige einzutreten, da das Volk in einer gewissen Entfernung von der Stätte der jeweiligen Gottesoffenbarung lebte. Denn nur durch Jesus Christus sind wir durch „das Blut“ seines Kreuzes nahe gebracht worden. (vgl. Hebräer 10,19-22))

Dieser Gedanke – wieder in den Vorhöfen des Tempels zu sein – brachte die Leiber und Seelen der Söhne Korahs zum Jubeln. Sie hatten eine so große Sehnsucht, dass sie diese nicht mehr still im Herzen verbergen konnten, sondern anfingen, lautstark nach Gott zu rufen. Ihn zu besingen. Ihn zu feiern. 

Die Söhne Korahs haben erkannt, dass Gott zu dienen, ihn anzubeten, das Beste ist, dass sie in ihrem Leben tun können. Das ist das, was uns einen Sinn gibt und der Grund für unbeschreibliche Freude ist. Denn wir sind nur für Gott geschaffen und funktionieren nur dann als seine Kinder, wenn wir ihm dienen, ihn anbeten und uns für immer an ihm erfreuen! 

Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. (Römer‬ ‭11,36)