Andachten

Warum eigentlich das Gesetz?

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. (Matthäus 5,17-18)

Hast du dich schon mal gefragt, warum wir Texte, wie das 3. Buch Mose in unserer Bibel haben? Viele Menschen verstehen den Sinn der alttestamentlichen Gesetzestexte nicht und meinen, dass sie für uns Christen heutzutage keinerlei Bedeutung haben. Mit Sätzen, wie „Durch Christus sind wir doch frei vom Gesetz.“ werden die Gesetzestexte oftmals schnell beiseite geschoben. Versteh mich nicht falsch, ich glaube diese Aussage ist völlig richtig (Sie wird nur leider teilweise falsch verstanden). Christus hat uns tatsächlich frei vom Gesetz gemacht, nämlich im dem Sinne, dass er uns von der Schuld befreit, die wir durchs Nicht-Einhalten des Gesetzes auf uns geladen haben. Wir werden vom Gesetz nicht mehr verurteilt, da Christus stellvertretend für uns das Gesetz perfekt gehalten hat.

Christus hat das Gesetz erfüllt.

Das ist genau das, was Jesus in Vers 17 sagt. Er ist gekommen, um das Gesetz zu erfüllen. Um die Bedeutung dieser Aussage zu verstehen sollten wir uns zuerst folgende Frage beantworten: Warum sind wir davon überzeugt, dass die zehn Gebote für uns heute noch gelten, die Opfergebote jedoch nicht mehr? Sie sind doch beide Teile des Gesetzes für das Volk Israel gewesen. An dieser Stelle ist es wichtig zu unterscheiden. Es gibt nämlich verschiedene Arten von Geboten. So haben wir in den zehn Geboten moralische Gebote Gottes, die immer geltend bleiben, da Gott seine moralische Ansicht nicht ändert. In Opfergeboten haben wir hingegen sogenannte Zeremonialgebote, die von den Juden zur damaligen Zeit regelmäßig durchgeführt werden mussten. Wir führen sie nicht mehr durch. Warum? Weil Jesus Christus diese Gebote erfüllt hat. Wir müssen kein Lamm mehr Schlachten, um unsrer Sünde Willen, da Jesus ein für alle Mal als makelloses, perfektes Lamm am Kreuz für uns starb. Sein Tod geschah ein für alle Mal. Er braucht keine Wiederholung. Der Tod Christi bleibt wirksam für den Glaubenden; er muss nicht Angst haben, dass der Tod Christi irgendwann, z.B. nach Sünde, wieder unwirksam geworden ist.

Jesus hat nämlich das Gesetz erfüllt, indem er die Moral-Forderungen Gottes durch sein Leben auf der Erde komplett erfüllte und ebenso auch die Opferforderungen durch seinen Tod komplett erfüllte. Gott schaut nicht mehr auf unsere Sünde, wenn er uns ansieht, sondern auf Christi Sündlosigkeit. So sind wir gerecht vor Gott.

Wir können also sagen, dass das Gesetz gewissermaßen die Grundlage für unsere Errettung darstellt, da unsere Errettung durch Christus geschieht, der das Gesetz eben gehalten hat. Oder anders gesagt: Wir werden gewissermaßen durch Werke gerettet. Aber auf keinen Fall durch unsere eigenen Werke. Diese stürzen uns vielmehr in die Verdammnis. Stattdessen werden wir durch die Werke Jesu Christi gerettet.

Wenn wir also etwas aus den Gesetzen lernen können ist es, dass wir durch sie erkennen, dass wir sündig sind und uns nicht selbst erretten können und dass es deswegen ganz dringend jemanden braucht, der stellvertretend für uns das ganze Gesetz perfekt hält, sodass wir durch seine Gerechtigkeit gerechtfertigt vor Gott stehen können. Diese Person finden wir in Christus Jesus. Halleluja.