Andachten

1. Advent: Der Anfang

Johannes 1, 1-5

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Was ist Leben? Woher stammt es? Woher hat das erste Leben seinen Ursprung – als noch gar kein Leben existierte? Kann so etwas durch Zufall entstehen? Können wir unserem Herz befehlen, dass es nicht mehr schlagen sollte? Haben wir selbst etwas dazu beigetragen, dass wir leben? Wer da versucht aus einem nicht christlichen Weltbild heraus zu antworten, der gerät rasch in Erklärungsnot.

Es ist der erste Advent. Weihnachten marschiert in grossen Schritten auf uns zu. Es gilt in der Adventszeit noch die letzten Geschenke zu besorgen und schonmal Vorbereitung für das Weihnachtsfest zu treffen. Doch sind wir uns bewusst, was wir da feiern? Was geschah vor rund 2000 Jahren und wer ist dieser Jesus, der auf die Welt kam?

Dieser Textabschnitt zu Beginn des Johannes Evangeliums liefert einige Antworten darauf:

  1. Die Präexistenz Jesu Christi (existierte bereits vor seinem irdischen Leben)
  2. Jesus Christus, das lebendige Wort Gottes
  3. Jesus Christus, als unmittelbare Selbstoffenbarung Gottes
  4. Jesus Christus, des Lebensursprung und das Leben selbst

Zuerst noch einige grundlegende Gedanken. Wie kann der Mensch die „wirkliche Realität“ in der er lebt, erkennen? Er selbst kann von sich aus nicht die wirkliche Wirklichkeit erkennen. Erst durch die Perspektive Gottes kann der Mensch sich wahrhaft erkennen. Doch kann ein Mensch in den Himmel hinaufsteigen, um dann wieder herabzusteigen und diese Erkenntnis zu teilen? Nein, denn „niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.“[1]

Gott, der Schöpfer selbst muss Aufschluss geben über sich selbst und seinen Geschöpfen. Der Mensch erkennt sich selbst erst durch Gott. Zu dieser Selbstoffenbarung Gottes lesen wir im Hebräer 1,2-3 folgendes:

„Gott hat in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“

Ohne dieses Kommen von dem „Worte“, von Jesus Christus hätten wir keine Erkenntnis und Wahrheit über die Wirklichkeit. Wir würden immer noch in der Dunkelheit umherirren. Jesus Christus ist das Licht der Welt und erleuchtet unsere Erkenntnis.

Doch dieser Abschnitt aus Johannes 1 spricht nicht nur über „Anfang“, „Wort“, „Licht“ und „Finsternis“. Es ist auch die Rede vom „Leben“ und wer/woher es kommt: „In ihm (Jesus Christus) war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“[2]

Jesus Christus war nicht nur von Anfang an da, bei der Erschaffung des ganzen Universums und des leiblichen Lebens, sondern schenkt auch jedem der an Ihn glaubt das Ewige Leben:

Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?[3]

Mit diesem Bewusstsein, wer Jesus Christus war und was er alles erwirkte, sollten wir in diese Adventszeit starten. Verkünden wir gerade in dieser Vorweihnachtszeit der Welt, die noch in der Dunkelheit umherirrt, wer dieser Jesus ist! Ihm allein gebührt Lob und Ehre!


[1] Johannes 3,13

[2] Johannes 1,4

[3] Johannes 11,25-26