Andachten

Warum lehren wir Menschen, die bereits glauben?

Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz aufgestellt in Israel und gebot unseren Vätern, sie ihren Söhnen kundzutun, damit die künftige Generation sie kenne, die Söhne, die geboren werden sollten, und auch sie aufständen und sie ihren Söhnen erzählten. Damit sie auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und seine Gebote befolgten. Damit sie nicht würden wie ihre Väter, eine widersetzliche und widerspenstige Generation, eine Generation, deren Herz nicht fest war und deren Geist nicht treu war gegen Gott, […]

Psalm 78,5-8

Du nun mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist; und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!

2. Timotheus 2,1.2

Unsere heutigen Verse zeigen uns, dass die Bibel mit großem Nachdruck die Unterweisung der nächsten Generation im Wort Gottes fordert. Dies gilt sowohl für das Alte Testament, als auch für das Neue Testament. Der Text aus den Psalmen umfasst mindestens 3 Generationen (Väter – Söhne – deren Söhne). Gott verlangte von den Israeliten, dass sie ihre Kinder in einer Art und Weise im Wort Gottes und seinen Lehren unterwiesen, dass diese in der Lage sein würden, dies auch mit ihren eigenen Kindern zu tun. 

Ziel der Unterweisung, damals wie heute ist es, dass jede Generation nicht auf sich selbst vertraut, sondern im Alltag und besonders für die Errettung allein auf Gott vertraut und seinen Worten gehorcht. Dieser ununterbrochene „Lehrkreis“ soll verhindern, dass eine widerspenstige, gottlose Generation heranwächst (wie die „Väter“ es waren), ohne feste Herzen und Gott ungehorsam. 

Paulus folgt dem Vorbild der Psalmen, als er Timotheus seine Anweisungen hinterlässt und spricht hierbei sogar 4 Generationen von Gläubigen an (Paulus selbst – Timotheus – treue Menschen – Andere). Die Aufforderung enthält den interessanten Beisatz „du nun sei stark in der Gnade und…“. Offensichtlich würde die treue Verkündigung des Timotheus beweisen, dass er stark in der Gnade Jesu war. 

Viele Predigten unter den konservativen Evangelikalen verfehlen das Ziel, das sie eigentlich verfolgen sollten und gehören eher in die Kategorie „Tipps & Tricks im Christenleben“. Mit ausführlicher Unterweisung in Biblischer Lehre haben sie nur sehr wenig zu tun. Dabei gehen wir ein zweifaches Risiko ein. 

Erstens ziehen wir so eine widerspenstige und gottlose Generation heran, die Gottes Wort nicht kennt und verachtet. Diese Generation wird Gottes Wort nicht befolgen, sondern sich eigene Gesetze schaffen und das dann „Christenleben“ nennen (Gott nennt das aber selbst-erdichtete Lehre und Götzendienst). Zweitens wird diese Generation ihrerseits darin versagen, die Wahrheit korrekt und treu (mit „Tüchtigkeit“) an die nächste Generation weiterzugeben. So wird falsche Lehre allmählich zur Tradition und nicht mehr hinterfragt. In der Kirchengeschichte lässt sich dies sehr genau verfolgen im Niedergang der Katholischen Kirche und der Wiederentdeckung biblischer Wahrheit zur Zeit der Reformation. 

Das biblische Zeugnisse zur Wichtigkeit der Weitergabe des Evangeliums und der ganzen Biblische Lehre an die nächste Generation ist eindeutig. Wir sollten unsere Verkündigung und unseren Fokus hierbei neu prüfen. Erfüllen wir unsere Vorgabe so gut wir es können? Wird die nächste Generation angemessen in Gottes Wegen unterrichtet, so dass sie die nächste Generation ebenfalls lehren kann? Hier liegt noch sehr viel Arbeit vor uns in unseren Gemeinden. Wir brauchen treue und tüchtige Männer und Frauen, die sich ganz an Gottes Wort hingeben und es mit der Hilfe des Geistes Gottes tief in die Herzen der nächsten Generation prägen. Wirst du eine(r) von ihnen sein?