Andachten

Platons Höhlengleichnis

Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. (Johannes Evangelium 1,5)

Jesus spricht von sich selber ein paar Kapitel später: «Ich bin das Licht der Welt!» und weiter steht: «Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» (Johannes 8,12)

Wofür steht denn das Licht? Was ist dieses Licht?

Im physischen Leben ermöglicht es uns erst das Sehen! Ohne Licht können wir keine Farben erkennen. Im geistlichen Sinne schenkt uns Licht Erkenntnis…und zwar Erkenntnis der Wirklichkeit. Licht bringt Klarheit in unser Leben. Licht eröffnet uns eine Weitsicht. Eine Weitsicht nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich.

Bereits die antiken Philosophen aus dem alten Griechenland sprechen von dieser Erkenntnis/von diesem Licht:

So beschreibt es Platon in seinem Höhlengleichnis: Der Mensch lebt in einer Schattenwelt. Er ist da angekettet in einer Höhle und hält die Schatten an der Höhlenwand für die Realität (weil er es nicht anderes kennt), obwohl sie lediglich ein Abbild einer höheren wirklichen Wirklichkeit sind. Aber der Mensch sieht lediglich die Schattenbilder der Realität. Platon meint also, es gelte aus dieser Schattenwelt auszubrechen und die wahre Wirklichkeit zu erforschen. Gelingt jemandem (Platon spricht da von dem Philosophen-Mensch) sich von den Ketten zu befreien und aus der Höhle zu steigen, erkennt er die wahre Wirklichkeit. Überwältigt von dem, was die wirkliche Realität ist, geht dieser Philosophen-Mensch zurück in die Höhle und erklärt der Welt/anderen angeketteten Menschen was die Wahrheit ist. Aber, so meint Platon, würde die Welt nicht darauf hören wollen und diesen Philosophen-Menschen totschlagen.

Man kann von dem antiken Gedankengut halten was man will. Aber in manchen Überlegungen kann man Platon sogar zustimmen. Aber im folgenden Punkt muss man ihm auch widersprechen: Denn Platon hat etwas Wesentliches ausgeklammert. Er hat Gott in dem ganzen ausgeklammert…was natürlich fatale Folgen hat. Denn der Mensch kann diese Höhle nicht von selbst verlassen, er kann sich nicht selbst befreien. Für diesen Schritt sind wir von übernatürlichen Eingreifen Gottes abhängig.

Im Johannes Evangelium 3,13 lesen wir genau von diesem Übernatürlichem:

«Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.»

Ersetzen wir noch ein paar Wörter, so gibt es eine perfekte Antwort auf das Problem von Platon. «Und niemand ist aus der Höhle hinausgestiegen, ausser der, der aus dem (Himmel) ausserhalb der Höhle/von der «wahren Wirklichkeit» in die Höhle gestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.»

Allein durch die Gnade Gottes gelingt es uns die wahre Wirklichkeit zu erkennen. Und zwar durch Jesus Christus. Er ist das Licht, in welchem wir erkennen können.

Es gibt auf dieser Welt kein anderes Licht!

Jesus Christus ist das lebendige Wort Gottes. Er ist die unmittelbare Gottesoffenbarung. Er kam vom Himmel herunter um der Welt, den Vater zu offenbaren. Ja, Er gibt Aufschluss über Gott. In Christus sehen die Menschen die Herrlichkeit Gottes. Jesus als Licht, bringt Licht in die dunkle Höhle und zeigt uns auf, was wirklich wahr ist. Wie es Platon aber richtig erkannte; dieser Mensch, der in die Höhle kommt um über die wahre Wirklichkeit, über Gott, zu offenbaren, der würde von den angeketteten Menschen in der Höhle nicht gehört werden wollen und wird totgeschlagen. Genau so war es auch mit dem Kommen Jesu. Die Welt wollte nicht begreifen und hat Jesus am Kreuz getötet. Aber Jesus ist nicht tot geblieben, sondern wieder auferstanden. Dadurch ist Jesus das Licht…bis heute. Jeder, der ihm Nachfolgt, der wird von diesem Licht teilhaftig und muss nicht mehr in der Finsternis (Höhle) wandeln.