Andachten

Grössere Werke tun?

«Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun, ja noch grössere wird er tun, denn ich gehe zum Vater.» (Johannes 14,12)

Wie ist dieser Vers zu verstehen? Spricht Jesus hier nur zu den Aposteln? Sind mit «Werke» Wunder gemeint? Wunder die grösser sind, als die von Jesus? Gilt das noch heute oder war dies nur für die apostolische Zeit gültig?

Dieser Vers eröffnet uns eine Reihe von Fragen. Doch auch hier gilt es den Kontext zu beachten, welcher auch Aufschluss und Verständnis über diesen Verses gibt.

Die Geschichte beginnt mit der Frage von Philippus, welche er an Jesus richtete: «Herr, zeig uns den Vater, und es ist uns genug.» Jesus antwortete ihm, dass wer Ihn gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen. Und weiter sagt er zu ihm: «Glaubst du denn nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich euch sage, rede ich nicht aus mir: Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.» Danach folgt der Ausgangsvers, dass der, der an Ihn glaubt grössere Werke tun wird. Doch da spricht Jesus wohl nicht nur zu den Jüngern, sondern erweitert diese «Zusage» auf alle, die an ihn glauben.

Bevor Jesus zum Vater ging, richtete er diese Worte an seine Jünger. Doch was meint Jesus mit Werken? Beziehen sich diese Werke explizit auf Wunderwerke? Diese These kann weder verifiziert noch falsifiziert werden. Denn alle Werke von Jesus gaben schlussendlich Aufschluss über den Vater und zeigten, dass Jesus der verheissene Messias ist. So soll es auch den Hörern gehen, die an Jesus glauben, dass sie durch ihre Werke auf den Vater zeigen und Ihn dadurch verherrlichen sollen. Durch die Kraft des Geistes und durch das Gebet sind wir befähigt gute Werke zu tun. Aber ohne Jesus könnten wir nichts tun (Joh. 15,5). Dies verdeutlichen auch die nachfolgenden Verse im Johannes 14,12, dass es Jesus ist, der die Werke in uns erwirkt.

Nun noch zur Frage der «grösseren» Werken. Dies heisst nicht etwa, dass wir mit grösserer Kraft Werke vollbringen könnten als Jesus. Vielmehr sind es Werke die in alle Enden der Welt gehen, da wir gesandt sind in alle Nationen das Evangelium zu verkünden. Doch die Zeit der grossen Wundertaten, wie wir es aus der apostolischen Zeit lesen, ist vorüber. Trotzdem sind wir dazu angehalten, jeden Tag aus der Kraft Jesu Werke zu tun, die zur Ehre Gottes dienen.