Andachten

Jesu Weherufe gegen die Pharisäer (6/7)

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind. So scheint auch ihr von außen zwar gerecht von den Menschen, von innen aber seid ihr voll Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
(Matthäus 23,27-28)

In weiten Teilen Europas ist ein Phänomen in den Dörfern zu beobachten:
Umgepflastert Straßen werden von Autos ohne Katalysator und rauchenden Traktoren gepfercht, bettelarme Menschen sitzen dabei zahn- und arbeitslos vor den Häusern, ausgedörrte Gärten und willkürlich pickende Hühner umranden das Bild.
Aber eines ist makellos: Die Gebäude haben -zumindest zur Straßenseite hin- einen leuchtenden, satten Anstrich! Hauptsache die Fassade stimmt! Aus der Ferne betrachtet sieht dies Bild idyllisch aus, doch befindet man sich inmitten des Szenarios oder sogar in den Häusern drin, tritt ein gänzlich anders anmutendes Bild zu tage.

Außen hui, innen pfui. So pflegt der Volksmund zu sagen, wenn die Fassade stimmt, diese jedoch als dicke Spachtelmasse etwas tieferliegendes überdecken soll.

Jesus kreidet den Pharisäer genau diesen Umstand an! Ihre äußerliche Darstellung war perfekt, innerlich waren sie jedoch tot, geistlich tot!
Jesus gebraucht ein Bild, welches in Israel üblich war:
Um nicht versehentlich ein Grab zu berühren, um dann verunreinigt zu werden, bekamen die Gräber einmal jährlich einen frischen Anstrich aus glattem, weißem Kalk. Dieser reflektierte die Sonne dermaßen, sodass diese wie heutige moderne Straßenreflektoren wirkten und man einen möglichst großen Bogen drum herum einschlagen konnte.

Auch wir unterliegen der Gefahr es den Schriftgelehrten gleich zu tun. Sonntag für Sonntag sitzt der Anzug perfekt, ebenso die Frisur und das freundliche Lächeln im Gottesdienst. Weiter geht es dann mit der wunderbar einstudierten Haltung beim Abendmahl und die darauf erklingende Inbrunst beim Singen der Anbetungslieder.

Gott will uns warnen. Er kennt unser Herz. Er will, dass wir uns Ihm innerlich öffnen und uns reinigen lassen!
In Jesaja 1,11 sagte Gott bereits: Eure Brandopfer sind mir nicht angenehm, und eure Opfer gefallen mir nicht.

Wie David bereits zu pflegen wusste: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes herz wirst du, Gott, nicht verachten. (Psalm 51,19)

Überführt uns Gott von unseren üblen Taten und Sünden, so mögen wir doch nicht noch mehr Spachtelmasse in form von religiösem Verhalten, optischer Auffrischung und gemeindetauglichem Getue präsentieren. Innere Verderbtheit lässt sich nicht mit der Bibel in der Hand weglesen oder durch die Übung in vermeintlich geistlichen Pflichten abtragen. Einzig und allein die Reinigung unseres Herzens sind Gott wichtig!
Möge dies auch dir und mir heute wichtig sein.