Andachten

Ein ganz bestimmter "Vater-Wechsel"

Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willen, (Epheser 1,5)

Bist du eigentlich in demselben Beruf tätig, den auch dein Vater oder deine Mutter ausübt? Oder wurdest du von deinen Eltern zumindest immer wieder mal dazu angeregt dasselbe Handwerk zu erlernen, wie sie?

Wahrscheinlich werden die meisten Menschen heutzutage auf beide Fragen mit Nein antworten. In der heutigen Zeit haben wir so unglaublich viele Möglichkeiten, was unsere Berufswahl angeht. Die Universität Tübingen bietet beispielsweise über 200 verschiedene Studiengänge an. Bei dieser Anzahl kann man wohl kaum noch ein Universalgelehrter werden. Was noch dazu kommt oder vielleicht auch aus genau diesem großen Angebot folgert, ist, dass wir auch größtenteils unabhängig in unserer Berufswahl sind. Klar äußern die Eltern noch Berufswünsche für einen oder empfehlen den ein oder anderen Beruf, aber meist bleibt es doch unsere eigene Entscheidung, mit welcher Arbeit wir später mal unser Geld verdienen werden.

Das war nicht immer so. Schauen wir in die Geschichte, dann sehen wir ganz andere Zeiten. Dann sehen wir, dass die Kinder oftmals denselben Beruf ausüben mussten, wie ihre Eltern. Das war in der Zeit von Paulus nicht anders. Wenn der Vater ein Fischer war, dann blieb bei der Berufswahl der Kinder meist auch nur der Beruf des Fischers stehen. Da war es dann egal, ob das Kind jetzt lieber Schriftsteller werden wollte. Das Kind des Lehrers wurde ebenfalls Lehrer. Die Nachkommen eines Zeltmachers wurden normalerweise ebenfalls Zeltmacher.

Wenn wir das vor Augen haben, so werden wir den heutigen Bibelvers (hoffentlich) intensiver verstehen, als zuvor.

Gott hat uns vorherbestimmt und zwar dazu, dass wir seine Söhne beziehungsweise Töchter seien. Wir waren einst Waisen und wurden von Gott adoptiert; wir wurden zu seinen Kindern gemacht. Wir waren einst Kinder des Satans. Und als Kinder des Satans übten wir „denselben Beruf“ wie er aus. Wir taten dieselben Werke wie er, die Werke, die ihm gefielen. Was sind solche Werke? Paulus zählt in Epheser 4,25-32 solche auf: Lüge, sündiger Zorn, Diebstahl, Wut, Bitterkeit, Geschrei, Lästerung, und wir können noch eine ganze Menge hinzufügen.

Nun hat uns aber Gott dazu vorherbestimmt, dass wir seine Kinder seien. Und die Zeit kam, da trat diese Bestimmung in Kraft und wir wurden zu seinen Kindern. Und als seine Kinder dürfen und können wir nun „den Beruf unseres Vaters ausüben“. Das bedeutet auf keinen Fall, dass wir nun auch Gottheiten sind, das wäre die falsche Schlussfolgerung aus diesem Bild. Vielmehr bedeutet es, dass wir nun in der Tradition unseres himmlischen Vaters stehen. Das was er gut finden, finden nun auch wir gut. Das was er schlecht findet, finden auch wir schlecht. Wir wollen nun seinen Willen tun und können es auch durch Jesus Christus.

Genau aufgrund dieser Tatsache schreibt Paulus dann auch Passagen wie Epheser 4,25-32. Wir sind nun Kinder Gottes… DARUM lügt nicht mehr, sondern redet die Wahrheit, stehlt nicht mehr, sondern arbeitet selbst und tut Wohltaten, und so weiter.

Dieser „Vater-Wechsel“ ist also reine Gnade und sollte uns unglaubliche Freude machen. Und diese Freude sollte sich auch unmittelbar in unseren Taten sichtbar machen. Denn wie Paulus dann in Epheser 1,6 schreibt: All das ist zum Lobpreis der herrlichen Gnade unseres Vaters.