Andachten

Gedanken über Gott

Aus einer Predigt des damals erst 20 Jahre alten C. H. Spurgeon vom 7. Januar 1855:

Es liegt etwas ungemein Erhabenes im Nachsinnen über die Gottheit. Sie ist ein so unermesslicher Gegenstand, dass alle unsere Gedanken sich in ihrer Größe verlieren. Sie ist so tiefgründig, dass unser Hochmut in ihrer Unendlichkeit versinkt. Andere Themen können wir erfassen und bewältigen; bei ihnen empfinden wir eine Art Selbstzufriedenheit und werden von dem Gedanken erfüllt: >Wie klug ich doch bin.<

Aber, wenn wir zu diesem Glanzstück der Wissenschaft kommen und feststellen, dass unser Senkblei seine Tiefe nicht ausloten kann, und dass unser Argusauge seine Höhe nicht ermessen kann, wird uns klar, dass der nichtige Mensch sich zwar für weise hält, aber in Wirklichkeit nicht klüger als ein Eselsfohlen ist; und voller Ehrfurcht rufen wir aus: >Wer bin ich schon. Ich bin zu gering und weiß gar nichts.< Kein Gegenstand demütigt das Herz mehr, als die Gedanken über Gott.

(Aus: James I. Packer, Gott erkennen, S.17f., 2016, Heroldverlag)