Andachten

Unvereinbare Gegensätze vereinen?

Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. (1. Joh 2,15)

Johannes gibt uns hier in seiner Schlichtheit einen „einfachen“ Prüfstein, ob wir wirklich von Gott geliebt werden bzw. Gott lieben. Er ist hier eindeutig und erklärt: Wenn die Liebe Gottes in dir ist, so hast du die Welt nicht lieb.

Liebe zur Welt und Liebe zu Gott können beim besten Willen nicht vereint werden. Sie verhalten sich wie Feuer und Wasser zueinander. Kann jemand, der patriotisch sein eigenes Vaterland liebt, Landesverräter beherbergen? Wird sich ein strenger Veganer wohl auf dem Fleischmarkt herumtreiben? Wird einer, der auf seine Gesundheit achtet, das Gift lieben? Kann jemand, der das liebt, was Gott hasst, ein Freund Gottes sein?

Es ist so eine simple Wahrheit und doch verhalten wir Christen uns oft ziemlich seltsam. Wir tun so als wären wir gar nicht tot für die Welt wie Paulus es eigentlich in Römer 6 beschreibt. Wir wollen stinkenden Schlamm und das reinste Quellwasser trinken. Aus uns quillt häufig süßes und salziges (Jak 3,11).

Die Bibel macht aber an zahlreichen Stellen deutlich, dass die Liebe zu Gott und die Liebe zur Welt (der gefallene, gottfeindliche Bereich auf dieser Erde) zwei unvereinbare Gegensätze sind. Sie schließen sich aus. Johannes fordert uns auf, alles dafür zu geben, dass das Résumé am Schluss unseres Lebens nicht lautet: „Dieser hat die Welt geliebt.“ Die Folgen davon sind nämlich fatal: „so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“.