Andachten

Der inkarnierte Gott

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. […] Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1, 1-5.14)

Beim Lesen der Bibel stößt man immer wieder auf bedeutsame Ereignisse im Erdenleben von Jesus Christus, die einen herausfordern, weil man sie nicht mit dem menschlichen Verstand begreifen kann. Gleich zu Beginn des Neuen Testamentes treffen wir auf den Bericht der Jungfrauengeburt, die nicht nur durch verschiedene Filme ins Lächerliche gezogen, sondern allgemein als Legende abgestempelt wird. Die zahlreichen Wunder, die Jesus tat, werden ebenfalls als erfundene Märchen dargestellt. Und nicht zuletzt sehen wir, wie das Sühneopfer Jesu und seine Auferstehung von den Toten auch schon innerhalb der „Christenheit“ immer heftigeren Angriffen ausgesetzt sind. Doch all diesen erwähnten Ereignissen liegt eine Tatsache zugrunde, die, wenn wir sie durch den Glauben als wahr annehmen, diese scheinbaren Probleme löst, nämlich die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Wenn wir daran glauben, werden wir auch keine Probleme haben, die anderen Ereignisse im Leben Jesu als wahr anzuerkennen.

Doch was genau versteht die Bibel unter dem Titel Sohn Gottes?
Im Prolog des Johannesevangeliums zeigt uns Johannes wer dieser Sohn ist und obwohl er am Anfang von dem Wort und nicht vom Sohn Gottes spricht, wird unmissverständlich klar, wer damit gemeint ist. Das erste, was wir erfahren ist, dass dieses Wort bereits im Anfang war, das heißt, dass es ewig sein muss. Es hat keinen Ursprung und gehört damit nicht zu der Schöpfung. Das Wort war bei Gott, was uns zeigt, dass es sich um eine Persönlichkeit handeln muss, die in einem gewissen Sinn von Gott differenziert betrachtet werden kann aber gleichzeitig auch Gott selbst ist, denn das Wort war nicht nur bei Gott, sondern das Wort selbst war Gott. Da alles durch das Wort entstanden ist, wird dadurch auch seine schöpferische Macht sichtbar und führt uns zwangsläufig zu den ersten Seiten der Bibel, wo Gott sprach und es geschah. Das Wort ist auch der Ursprung allen Lebens und nur das Wort vermag toten Dingen Leben zu schenken. Und dieses Leben war das Licht der Menschen, das in der Finsternis scheint. Die Menschen, die das Geschaffene betrachten, können dadurch also Hinweise auf die Existenz Gottes erhalten, denn das Wort hat sich nicht versteckt, sondern sich selbst zu erkennen gegeben, indem es Fleisch wurde. Das Wort, das Gott ist, wurde Mensch und wohnte unter den Menschen. Der Sohn Gottes der vom Vater kommt, der nicht daran festhielt Gott gleich zu sein, beschränkt sich selbst, indem er wie eines seiner Geschöpfe wird. Er der von tausenden Engeln verehrt und angebetet wurde, verließ die Herrlichkeit und wurde arm – arm in jeder Hinsicht.

All das war nötig, damit Sünder Errettung erfahren können. Damit tote und an die Sünde versklavte Menschen leben und in Christus frei sein können, um das zu tun, was Gott gefällt. Nur ein perfektes Opfer konnte den Vater zufriedenstellen, nur der Sohn Gottes – vollkommen Mensch und vollkommen Gott – konnte die Schuld der Kinder Gottes bezahlen. Was für eine unglaubliche Tat, die ein unglaublicher Beweis seiner Liebe zu uns ist. Sollten wir ihm nicht dafür all unseren Dank und unsere Anbetung bringen?