Andachten

Wenn das Großartige hinter den Kulissen passiert

Im dritten Jahr der Herrschaft Jojakims, des Königs von Juda, zog Nebukadnezar, der König von Babel, vor Jerusalem und belagerte es. Und der Herr gab in seine Hand Jojakim, den König von Juda, und einen Teil der Geräte aus dem Hause Gottes. Die ließ er ins Land Schinar bringen, in den Tempel seines Gottes, und tat die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes. (Daniel 1,1-2)

Warum lässt Gott das zu? Diese Frage stellen wir uns doch immer wieder, oder? Diese Frage taucht in verschiedensten Zusammenhängen auf. Warum lässt Gott es zu, dass mein Kind nichts mehr mit dem Glauben zu tun haben will? Warum lässt Gott es zu, dass die Mutter von sechs kleinen Kindern Krebs bekommt? Warum lässt Gott so viel Leid im Leben eines Menschen zu, der ihn doch liebt und sein Kind ist? Zweifel an der Vollmacht Gottes, an seiner Souveränität, können in schwierigen Situationen schnell mal aufkommen.

Auch Daniel und seine Freunde hätten viele Zweifel äußern können. Sie wurden aus ihrem Zuhause weggeschleppt in ein fremdes Land. Fern von ihren Familien, fern vom Tempel, fern von ihrer gewohnten Kultur. Aber auch fern von Gott? Obwohl es so scheint, als würde das Weltreich Babylon die Überhand gewinnen zeigt uns Daniel, dass sie doch nicht fern von Gott sind. Im Falle Daniels wird sogar deutlich, dass Gott gerade durch das Exil in Babylon eigentlich ganz nahe ist. Es ist Gott, der einen Teil seines Volkes in die Hand Nebukadnezars gibt. Dadurch hält er ein Versprechen ein, das er durch Propheten wie Jeremia oder Jesaja seinem Volk gegeben hat: Wenn ihr nicht zu mir umkehrt, so werdet ihr aus eurem Land weggeführt werden. Sein Volk kehrte nicht um, so war die gerechte Konsequenz daraus, dass es ins Exil geführt wird.

Das hört sich vielleicht etwas komisch an, aber Gott war in dieser Bestrafung auch gleichzeitig gnädig. Denn durch das 70-jährige Exil führte er sein Volk zur Umkehr. Er führte sie zur Buße. Er führte sein Volk dahin, dass es sagte: Wir wollen wieder mit dir und nach deinen Geboten leben und dich fürchten.

So sehen wir am Beispiel von Daniel, dass Gottes Handeln nicht immer verständlich ist. Vor unseren Augen spielt sich vielleicht Schreckliches ab. Man könnte meinen, dass irgendwie alles außer Kontrolle läuft. Doch, wenn wir auf das „big picture“, auf den Gesamtplan Gottes schauen, was uns meist nur im Nachhinein möglich ist, dann sehen wir, dass Gott in diesen schrecklichen Dingen eigentlich seinen wunderbaren Charakter zeigt. Wir sehen, dass er das Beste für seine Kinder will und das Beste für seine Kinder erreicht. Das, was wir meist in unserem Leben sehen ist nicht schön, es erscheint nicht großartig. Aber wir können uns sicher sein, dass hinter den Kulissen großartiges geschieht.

Lasst uns also nicht in erster Linie dafür beten, dass wir Gottes souveränen Plan verstehen, sondern, dass er uns in den schwierigen Situationen Mut, Hoffnung und Geduld schenkt. Und, dass er uns im Glauben erhält und uns in der Heiligung voranbringt.