Andachten

Das Kind im Glauben (1. Tim 1,1-2)

Paulus, Apostel Christi, nach Befehl Gottes, unseres Heilandes, und Christi Jesu, unserer Hoffnung, Timotheus, meinem echten Kind im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn!
(1. Tim 1,1-2)

Heute möchten wir eine Serie beginnen und durch den 1. Timotheusbrief gehen. Hierbei werden wir das väterliche Herz des Paulus sehen, seine Liebe zur Gemeinde Gottes, sein Ringen und Flehen betreffs der Organisationsstrukturen einer Gemeinde, aber auch sein persönliches aus sich herauskommen erkennen. Sicherlich wird sich nicht jeder einzelne Aspekt in der anstehenden Vers-für-Vers-Betrachtung gänzlich entfallen lassen, doch wollen wir das Große und Ganze im Blick behalten.

Was ist wohl für Eltern das Schönste Erlebnis? Die Geburt des Kindes? Die ersten Fortschritte und die Einschulung? Ist es der goldene Abschluss oder gar die Hochzeit des Kindes? Sicherlich allesamt tiefgreifende Ereignisse im Leben der Eltern, als auch der Kinder!

Doch Paulus, der wohl selbst nie biologischer Vater war, entfaltet ein Merkmal, das uns aufhorchen lassen will: Er erfreut sich an der geistlichen Zeugung seines Sohnes Timotheus! Er freut sich daran, dass er, der unwürdige und größte aller Sünder (1,15) Anteil daran haben durfte, dass Timotheus von der rettenden Gnade Gottes gefunden wurde! Die Bekehrung Timotheus‘ fand wohl in Apg 14 statt, als u.a. er selbst miterleben durfte, wie Paulus einen Lahmen im Namen Gottes heilte.

Paulus hätte allerlei Möglichkeiten gehabt sich der Attribute eines Timotheus eingangs des Briefes zu bereichern. Doch es dünkt ihm wohl, auf das alles entscheidende und schlussendlich relevante Teil das Augenmerk zu legen:
1. Timotheus ist echt.
2. Er ist im Glauben.
3. Ich (Paulus) durfte Gottes Werkzeug hierfür sein.

Wie beschämend ist dies doch für uns! Wir erfreuen uns an Erfolgen der eigenen Kinder, an ihren Noten und ihren sportlichen Leistungen oder musikalischen Errungenschaften. Allesamt sind diese sicherlich erwähnenswert und löblich.
Doch Paulus setzt den Maßstab einer gänzlich anderen Qualität an. Er honoriert Timotheus‘ Festhalten als Kind des echten, rettenden Glaubens!

Mögen auch wir öfters die Brille des Apostels Paulus aufhaben und uns daran erfreuen, wo wir Anteil haben durften, geistliche Prägung und Veränderung als Werkzeug Gottes fungiert zu haben!
Dies kann im Bereich der Kinder- oder Jugendarbeit sein, dies kann im Dienste der Jüngerschaft, des persönlichen Bezugs oder als größeres der Geschwister in der Familie stattfinden. Bei allen Errungenschaften, an denen wir Anteil haben dürfen, sei es sportlicher, schulischer oder anderer Natur in der Entwicklung unseres jüngeren Nächsten: es gibt nichts wertvolleres, als ihn oder sie im Glauben und im „Echt-sein“ voran zu bringen!

Paulus‘ größte Freude (ebenso wie Johannes in seinem 3. Brief, Vers 4) ist diejenige, dass sein geistliches Kind Fortschritte macht, echt ist und im Glauben voran schreitet!
Dies darf auch dein und mein Wunsch sein, als Werkzeug Gottes hierfür gebraucht zu werden.