Andachten

Gottes Ziele – Gottes Wege

Und Sarai sprach zu Abram: Sieh doch, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebäre; geh doch ein zu meiner Magd, vielleicht werde ich aus ihr erbaut werden. Und Abram hörte auf die Stimme Sarais.
1. Mose 16,2

Er hat es mir versprochen! Damals letztes Jahr, vor zwei Jahren, … vor 10 Jahren. Immer wieder erinnerte sich Abram an das Versprechen, dass Gott ihm gegeben hatte. Vor etwas mehr als 10 Jahren, mit 75 war Abram Gottes Ruf gefolgt und von Haran ins Land Kanaan gezogen. Bereits damals hatte Gott ihm ein Versprechen gegeben: Du wirst eine große Nation werden. Nachkommen – lange hatte Abram sich einen Sohn gewünscht. Doch nichts geschah. Zwischenzeitlich verlor Abram die Hoffnung (Kapitel 15). Er dachte, sein oberster Knecht würde einmal alles von ihm erben.

Nun mit 85 Jahren, ist die Verheißung Gottes schon so weit weg. Abram ist alt geworden. Auch seine Frau Sarai trägt nicht gerade dazu bei, sein Vertrauen in Gott zu stärken. Abram und seine Frau Sarai verfallen der Versuchung, der wir auch nur zu gern erliegen. Wir nehmen die Sache selbst in die Hand. Abram wusste (anders als wir oft) ganz genau, worauf es laut Gottes Aussage hinauslaufen sollte: ein Kind soll her, ein Nachkomme. Gott wird sicher nichts dagegen haben, wenn wir die Sache selbst in die Hand nehmen, er will doch, dass wir ein Kind bekommen. Vielleicht hat er sogar fest eingeplant, das wir kreativ werden um seinen Plan für uns zu erfüllen.

Kennst du solche Gedanken? Sobald wir uns Dinge wirklich sehr wünschen, neigen wir dazu, uns über unsere Motivation selbst zu täuschen. Abram und Sarai wollten nun mit aller Gewalt die Erfüllung der Verheißung Gottes herbeiführen. Hager, Sarais Magd wird von Abram schwanger und als Folge entstehen die Ismaeliten, die bis heute oft als Widersacher Israels auftreten.

Gottes Ziele werden aber immer nur über Gottes Wege erreicht. Abraham musste nochmals fast 15 Jahre warten und vertrauen, bis sich Gottes Verheißung erfüllen sollte und der Sohn der Verheißung zur Welt kam: Isaak.

Es gibt keine Abkürzungen auf dem Weg zu den Zielen Gottes. Heiligung, Jünger machen, treues Dienen, Geduld lernen. Für all das würden wir uns „Patentrezepte“ wünschen oder wahlweise auch einen „4-Punkte-Plan“. Doch Gottes Wirken in unserem Leben funktioniert nicht so. Häufig geht es durch große Tiefen, bevor wir die nächste Stufe in unserem Glaubensleben erreichen. Wir müssen Demut lernen, warten und unter Kämpfen weiter machen. Gott formt unseren Charakter Stück für Stück und über viele Jahre. Wir mögen vielleicht manchmal aufgeben wollen und einen leichteren Weg suchen, doch dies führt uns nur in die Irre und bringt viel Schmerz mit sich.

Gottes Wege sind die einzigen, die zu seinen Zielen führen. Das ist großartig, denn so kann niemand sich rühmen. Im Vorfeld ist uns häufig nicht klar, welche Wege Gott für seine großen Ziele wählen wird (häufig die Wege, die wir am wenigsten ausgesucht hätten). Entscheiden wir uns heute neu, Gottes Wege anzunehmen. Das beinhaltet demütiges Akzeptieren und Dienen. Es beinhaltet Geduld und häufig auch Leid. Aber es beinhaltet auch die kommende Herrlichkeit, die Gott den seinen bereits fest versprochen hat. An dieses Ziel wird er uns führen – auf seinen Wegen, aber wir werden ankommen.