Andachten

Unnützes Wissen (1. Tim 1,3-4)

So wie ich dich bat, als ich nach Mazedonien reiste, in Ephesus zu bleiben, damit du einigen gebötest, nicht andere Lehren zu lehren noch sich mit Fabeln und endlosen Geschlechtsregistern abzugeben, die mehr Streitfragen hervorbringen als die Verwaltung Gottes fördern, die im Glauben ist: (1. Tim 1,3-4)

Der Cocktail Caipirinha heißt wörtlich übersetzt „Landei“.
Baum heißt auf lettisch „koks“.
Der beliebteste Pizzabelag Costa Ricas ist Kokosnuss.
Krokodile können ihre Zunge nicht heraus strecken.
In Syrien gibt es 23 Fledermausarten.
Zitronen schwimmen im Wasser, während Limetten untergehen.

Was bitteschön soll das am frühen Morgen?
Es ist schlichtweg unnützes Wissen.
Wer kennt das nicht: Unnützes Wissen in lustiger Runde erhellt für 30 Sekunden unsere Stimmung zusätzlich, beeindruckt förmlich und ist irgendwie spannend. Gut zu wissen, jedoch nutzlos. Man kann es getrost wieder vergessen.

Doch nicht so in Ephesus. Man bildete sich auf das Wissen sehr viel ein. Ja viel mehr noch: Im Halbwissen und Bewusstsein von vermengter Theologie, gesellschaftlichen und naturalistischen Erkenntnissen, leitete man sogar Lehren ab, die verheerend waren und vollkommen am Evangelium vorbei zielten. Zudem bestand ein großes unnützes Wissen an Stammbäumen und den damit verbundenen Ahnengalerien, die Stolz und Parteiungen brachten.
Hieraus wurden wildeste Annahmen und Ableitungen gesponnen, die Streit und Diskussionen verursachten – und den Fokus gänzlich vom Eigentlichen weg rissen!

Es ist erstaunlich, wie stets neue Lehrgedanken oder Interpretationen sich in unsere Gemeinden und christlichen Literatur Bahn brechen. Man kennt sich wirtschaftlich hervorragend aus, erlebt eine nie dagewesene Finanzkrise – und meint diese biblisch analysieren und prophetisch herleiten zu können!
Oder: Geschichtliche Ereignisse, gepaart mit liberalem Gedankengut der Welt, lassen sich scheinbar aus Prophetenbüchern oder gar der Offenbarung dokumentieren.
Oder: Eine neue Frömmigkeit betreffs Ernährung, Schlaf und Fasten breitet sich aus, die biblisch „fundiert“ nun nicht mehr als lediglich gesund, sondern „irgendwo auch gottgewollt und christlich“ vermarktet wird.

Diese -um im Begriff des Paulus zu bleiben- Fabeln sind nichts anderes, als Mythen und Geschichten, die den eigentlichen Fokus des Wortes Gottes trüben!
Mehr noch: Wird dieses forciert, folgern automatisch Widersprüche hieraus. Wo es Interpretationen gibt, sind solche nicht allein, sondern gesellen sich zueinander, ergänzen sich nicht und stehen im eklatanten Kontrast zueinander!
Ähnlich verhält es sich mit Erkenntnissen, die nebulös und allegorisch betrachtet in die Bibel hinein gelesen werden! Sie zielen allesamt am Evangelium vorbei, für welches Paulus und die Apostel so stark eintraten.
Solche Fabeln bringen Streit und Zwietracht, vor allem dann, wenn man sich in einem edlen Geschlecht sieht und meint, die Weisheit gepachtet zu haben.

Paulus war es enorm wichtig, dass Timotheus den Laden Ephesus betreffs dieser Unarten aufräumt! Nicht umsonst lässt er dies eingangs des Briefes verlauten.

Ist es jedoch nun verwerflich, sich die Ereignisse der Gegenwart im Lichte des Wortes Gottes anzuschauen? Keineswegs! Im Gegenteil: Wir sind dazu aufgerufen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und stets bereit zu sein!

Nun besteht die Gefahr auch von der anderen Seite des Pferdes zu fallen. Man macht sich an keine herausfordernde Thematiken der Bibel heran – um ja Streit zu vermeiden!
Dies ist jedoch die Karte eines faulen Kompromisses, die meist dann gerne ausgespielt wird, wenn man sich nicht zu sehr auf die Füße treten will oder die Einheit um jeden Preis sucht.
Dies meint Paulus jedoch nicht. Er will schlicht und ergreifend folgendes:
Die Verwaltung Gottes, also der Wille Gottes an uns, fördern!

Wir wollen keinen Bogen um Zahlen, Bilder und Symbole machen, jedoch möchten wir Gottes Wort dort gerade stehen lassen, wie es sich gebietet.
Dies vermeidet Streit, unnötige Kontroversen und ehrt schlussendlich Gott, der uns sein Wort nicht zum fabulieren und spekulieren, sondern zum ausleben und gehorchen gab!