Andachten

Das Endziel: Liebe (1. Tim 1,5-6)

Das Endziel des Gebotes aber ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben, wovon einige abgeirrt sind und sich zu leerem Geschwätz gewandt haben; (1. Tim 1,5-6&

Was ist nicht alles schon über die Liebe gesagt, geschrieben und verfilmt worden!
Häufig wird sie missverstanden, stets pervertiert und immer wieder muss sie als unendlicher Stoff für Dramen und allerlei Werke herhalten.
Liebe ist mitunter das, was uns ausmacht, sowohl im Tun als auch im Empfangen der selbigen.
Wilhelm Busch sagte dazu eins trefflich: Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, wo wir lieben.

Doch wie sieht diese Liebe aus, nachdem Paulus den Timotheus so eindringlich dies geboten hat zu unterweisen? Diese Frage ist sehr wichtig, da Paulus im herben Kampf mit Irrlehrern und Verfälschern des wahren Evangeliums steht!

Drei Elemente zur Erfüllung dieser notwendigen Liebe zu Gott und den Christen nennt Paulus im Text:

1. Ein reines Herz

Dies erinnert unausweichlich an den Psalmist, der die bohrende Frage stellt: Wer darf wohnen in deinem Zelt? Er selbst gibt prompt die Antwort: Der unschuldige Hände und ein reines Herz hat. (Ps 24,3-4)
Dies bedeutet keineswegs, dass man fehlerfrei ist, doch echte Liebe ist ein Kennzeichen eines Herzens, welches stets um Reinheit und Läuterung bemüht ist.

2. Ein gutes Gewissen

Ein schlechtes Gewissen ist der beste Beweis für ein gutes Gedächtnis, sagt der schwedische Volksmund. Da ist etwas dran!
Paulus greift jedoch den höchsten Maßstab auf: Agathos bedeutet so viel wie perfekt, Freude machend oder wohl sein. Diese gottgeschaffene Fähigkeit bestätigt – oder klagt an! Die Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen ohne ein gutes Gewissen zu haben ist schlichtweg unmöglich. Machen wir uns nichts vor: Jeder Vorbehalt hindert und hemmt unsere selbstbestrickten Bemühungen zu lieben. Nicht umsonst war dies auch ein Ziel des Apostels, ein von Schuld befreites Gewissen vor den Menschen und Gott zu haben (Apg 24,16). Ohne dieses wird die aufrichtige Liebe nicht fließen können!

3. Ein ungeheuchelter Glaube

Schließlich wird aufrichtige Liebe an den Tag gelegt, wenn unser Glaube kein Krampf, kein Schauspiel und keine mechanische Übung ist. Ungeheuchelt bedeutet soviel wie „maskenlos“ oder „schattenfrei“. Dies trifft den Punkt ziemlich gut! Ist der Glaube echt, also von Gott gegeben, aus ihm gespeist und in Hingabe zu Ihm hin, so fließt auch die unverkennbare Liebe zu Ihm und zu den Mitmenschen, wie sich Jesus Christus selbst seinen Jüngern vorstellte und das Kennzeichen der Gotteskindschaft ihnen abverlangte: An der Liebe untereinander wird man euch erkennen (Joh 13,35)

Du fragst dich: Warum ist meine Liebe so ein Krampf? Warum empfinde ich nichts „beim lieben“ (so seltsam das auch klingt) oder wie wird strömt echte Liebe aus mir aus?
Dann erkenne, was Paulus seinem Kind im Glauben, Timotheus, mitgegeben.
Echte Liebe geht nur über ein reines herz, ein gutes Gewissen und aus einem aufrichtigen Glauben hervor!