Andachten

Weißt du, wovon du sprichst? (1. Tim 1,7)

[…[ die Gesetzeslehrer sein wollen und nicht verstehen, weder was sie sagen noch was sie fest behaupten. (1. Tim 1,7)

Rebel without a cause ist ein amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1955. Er machte den Hauptdarsteller James Dean zu einer Filmlegende und zu einer Symbolfigur der Jugendbewegung, Mitte der 1950er-Jahre.
Zu deutsch wurde der Film zwar nicht wörtlich, jedoch sinngemäß übersetzt:
Denn sie wissen nicht, was sie tun. Dies trifft inhaltlich ebenso gut den Kern, wie auch der Stoff, der wohl seitens der Regisseure an die kriegsüberdrüssige und nach Freiheit und Frieden lächzende Generation vermittelt werden wollte.

Doch bevor es zu einer Tat übergeht, ist erstmals der Gedanke und die damit verbundene Überzeugung Ausgangsherd. Dies war auch dem Apostel Paulus wichtig. Er warnt Timotheus davor, Leuten auf den Leim zu gehen, die noch nicht mal wissen wovon sie sprechen, ja sogar noch schlimmer: Sie behaupten Dinge fest – ohne tiefgreifende Ahnung davon zu haben!
Nun, dies ist im Berufsleben öfters der Fall: Man ist nicht in sämtlichen Bereichen des Joballtags sattelfest und ist gezwungen, mal hier, mal da zu improvisieren, bzw. sich auf Versuchsebenen mal heranzutasten. Das mag nicht weiter schlimm sein, die Konsequenzen sind überschaubar.

Doch nicht so im geistlichen Leben! Weißt du, wovon du sprichst? Bist du dir der Dinge sicher, die du im Freundeskreis über Gottes Wort weitergibst? Oder bist du dir ebenso deiner Überzeugungen bewusst, ohne fundierte Kenntnis über Gott, deinen Glauben, den roten Faden durch den Heilsplan oder sonstige Dogmen zu haben?
Eines vorneweg: Es ist keinesfalls verächtlich, nicht alles zu wissen. Dies tut ohnehin niemand. Es ist ebenso nicht verwerflich, zahlreiche Lücken und Unkenntnis im Wort Gottes zu haben.
Doch es ist grob fahrlässig, ja sogar schlichtweg gefährlich und unmoralisch, ohne Ahnung (aber davon ganz viel!) in einer überzeugenden Art und Weise, womöglich durch rhetorische Kunstschliffe, ohne fundierte Ausrichtung, anderen geistliches Gut weiter zu geben.
Bei Paulus waren es Gesetzeslehrer, an denen das Evangelium spurlos vorbei gegangen ist. Aber was könnte dies bei dir und mir sein?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich früher oft zu selbstsicher, womöglich auch selbstgefällig, endzeitliche Überzeugungen fest behauptend (1. Tim 1,7b) an Unmündige und Unreife herangebracht habe.
Dies war freilich ein Eifer, jedoch mehr nach dem Mund anderer geistlichen Größen und Bibellehrer, aber nicht der Erkenntnis nach am Wort Gottes orientiert.

Mögen wir doch wissen, wovon wir sprechen, wenn wir geistliche (Er)-kenntnis weiter geben, in welchem Kreis auch immer.