Andachten

Für wen ist das Gesetz? (1. Tim 1,8-10)

Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn jemand es gesetzmäßig gebraucht, indem er dies weiß, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, sondern für Gesetzlose und Zügellose, für Gottlose und Sünder, für Unheilige und Ungöttliche, für Vaterschläger und Mutterschläger, für Menschenmörder, Hurer, Knabenschänder, Menschenräuber, Lügner, Meineidige und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegen ist (…) (1. Tim 1,8-10)

Wie staubig und trocken es doch klingt: Das Gesetz. BGB, StGB, StVO, HGB und wie die Paragraphenwerke alle heißen. Stets starr und mit erhobenem Zeigefinger empfunden. Sie stoßen irgendwie ab, es will kein wirkliches Prickeln aufkommen beim Gedanken an Gesetze.
Ähnlich ergeht es uns auch beim Gedanken an das alttestamentliche Gesetz. Man fragt sich hierbei: Für wen gilt es denn nun? Wie stet es um die Bewandtnis?

Paulus gibt dem Timotheus hierauf womöglich die Antwort überhaupt:

Zuerst hält Paulus fest: Das Gesetz ist gut!
Bereits der Psalmist schwärmte: Das Gesetz des Herrn ist vollkommen! (Ps 19,8).
Doch das mosaische Gesetz wirkt sich nicht auf Gerechte aus. Wie denn auch? Zum einen gibt es keinen Gerechten unter der Sonne (Röm 3,10), zum anderen sind solche, die sich für gerecht halten schlichtweg nicht errettet (Lk 5,32).

Paulus illustriert, angelehnt an die 10 Gebote vom Sinai, anhand verschiedener Menschengruppen, dass das Gesetz auf Sünder zutrifft! Er zählt detaillierte, barbarische Handlungen auf und gibt diesen auch praktisch ein Gesicht. Nur zu gut kann man sich das Ausleben de Taten in den Versen 9-10 vorstellen!

Um aber sicher zu gehen, dass er auch nichts und niemanden vergessen hat, nennt er pauschal alles, was irgendwie entgegen Gottes Heiligkeit tritt (1,10b-11)
Alles, was ungesund (gr. hugiaino), also „unhygienisch“ ist (unser Wort Hygiene leitet sich hiervon ab).
Was für einen Sinn hat das Gesetz nun? Es dient uns als Spiegel für unseren verdorbenen Charakter und bestätigt unsere Unzulänglichkeit vor Gott! Es ist somit für diejenigen, die erkennen, dass sie vor Gott nicht bestehen können!
Deswegen ist es in der Evangelisation auch unerlässlich, den Charakter und heiligen Nutzen des guten Gesetzes Gottes zu betonen.

Lasst uns -nicht wie die verirrten Gesetzeslehrer zur Zeit des Timotheus- das Gesetz Gottes im richtigen Licht betrachten, es ehren, es lieben und vor allem den richtigen Stellenwert zuordnen: Es deckt auf, aber errettet nicht.
Nur im durch das Gesetz offenbarten Schlamm unserer sündigen Natur kann die kostbare Perle des Evangeliums ihre volle Pracht entfalten!