Andachten

Nur zertrümmerte Gefäße halten dicht

So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Wo wäre denn das Haus, das ihr mir bauen könntet, und wo denn der Ort meines Ruhesitzes? Hat doch meine Hand dies alles gemacht, und alles dies ist geworden, spricht der HERR. Aber auf den will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort.
Jesaja 66,1-3

Über alle Jahrtausende hinweg bauten die Menschen Tempel für Ihre Gottheiten. Einige dieser Bauwerke waren wirklich imposant wie der Tempel der Arthemis oder die ägyptischen, römischen und babylonischen Tempel. Auch die Tempel im Hinduismus und Buddhismus haben oft eine gewisse ehrfurchtserweckende Erscheinung. Die Erbauer versuchten durch Größe und architektonische Schönheit ihre Gottheiten zu beeindrucken.

Diese menschliche Neigung greift Gott in seinen Worten an sein Volk Israel in Jesaja 6 auf. Doch Gott befriedigt nicht das menschliche Bedürfnis, Gott beeindrucken zu wollen. Die Menschen wollten sich durch ihre Verdienste bei ihren Göttern beliebt machen. Gott allerdings fragt: Was wollt ihr mir bringen? Ich erfülle Himmel und Erde. Ich habe alles erschaffen. Ihr wollt mir Tiere opfern? Ich habe sie gemacht. Alles gehört mir. Was willst du mir bringen, Mensch? Deine Talente, Gaben und dein Geld? All das kommt von mir! Du kannst mir nichts erschaffen, was mich beeindrucken oder zufriedenstellen könnte.

Doch bevor wir Menschen nun verzweifeln, fährt Gott fort: Ich habe einen Ruheort, allerdings einen anderen, als du dachtest: ich blicke auf den, der elend ist und einen zerschlagenen Geist hat. Den, der vor meinem Wort zittert. Das konnte kein Mensch erwarten. Ein Gott, der offene Schwäche wünscht? Ja, denn Gott braucht nichts von uns Menschen. Er selbst hat es sich zum Vorrecht gemacht, aus seiner Fülle zu geben, um diejenigen aufzurichten, die am Boden sind.

Wir können Gott nichts bringen, das ihn beeindrucken würde. Alles Gute, das wir haben kommt sowieso von ihm. Er will, dass wir unser Versagen und unsere Verderbtheit anerkennen und ihn um Hilfe bitten. So wird die zerschlagene Hülle eines menschlichen Geistes, der um seinen Zustand weiß, die einzige Hülle, in der Gott dauerhaft wohnen möchte. Mögen wir alle diesen Geist besitzen.