Andachten

Gleichnisse von Jesus

Dies alles sagte Jesus zu den Leuten in Gleichnissen, und anders als im Gleichnis redete er nicht zu ihnen. So sollte in Erfüllung gehen, was durch den Propheten gesagt ist: Ich werde meinen Mund auftun zu Gleichnissen, ich werde aussprechen, was seit der Grundlegung der Welt verborgen ist. (Matthäus 13,34-35)

Der Mensch versteht und lernt viel durch Bilder (sei es in visueller, mündlicher oder in schriftlicher Form).

Selbst von der Welt, wie wir sie wahrnehmen, machen wir Bilder. Wir machen uns Bilder der Tatsachen.[1]

Das Bild ist ein Modell der Wirklichkeit.[2] So sind auch die Gleichnisse von Jesus, Bilder vom (beispielsweise) Himmelreich (Matthäus 13,44-46). Der Schatz im Acker ist nicht selbst das Himmelreich, sondern nur ein Bild von dessen Wert.

Aber: Das Bild ist eine Tatsache.[3] Jedes Gleichnis transportiert absolute Wahrheiten über dessen Inhalt.

Wie gehen wir mit diesen Bildern und Gleichnissen aus der Bibel um? Woher wissen wir, dass diese auch wirklich Wahrheiten vermitteln? Um zu erkennen, ob das Bild wahr oder falsch ist, müssen wir es mit der Wirklichkeit vergleichen.[4] Das Gleichnis vom Sämann (Matthäus 13, 3-9) ist ein gutes Beispiel dazu. Es deckt sich mit unseren Erfahrungen in der Verbreitung des Evangeliums. Das gesäte wird nicht immer nur mit Freuden gehört und empfangen. Da fällt durchaus auch mal was auf felsigen Boden. Durch diesen Abgleich mit unserer wahrgenommenen Wirklichkeit, vermittelt also dieses Gleichnis eine Wahrheit.

Das Schöne an Gleichnissen ist, dass sie logisch sind und auch zweitausend Jahre später noch gut nachvollziehbar sind. Bilder, Gleichnisse und Gedanken sind immer logisch und daher auch begreiflich. Wir können nichts Unlogisches denken, weil wir sonst unlogisch denken müssten.[5]

Lasst uns zum Schluss das Gleichnis vom Schatz und das Gleichnis von der Perle lesen und dabei das Bild vor Augen führen lassen, um das kostbare Himmelreich darin zu erkennen:

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der im Acker vergraben war; den fand einer und vergrub ihn wieder. Und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Weiter: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Händler, der schöne Perlen suchte. Als er aber eine besonders kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“ (Matthäus 13,44-46)


[1] „Tractatus Logico-Philosophicus“ Ludwig Wittgenstein, 2.1

[2] a. a. O., 2.12

[3] a. a. O., 2.141

[4] a. a. O., 2.223

[5] a. a. O., 3.031