Andachten

Zitat der Woche: Der Beruf

Auf die Frage: Warum betreibe ich eigentlich dieses Geschäft noch immer, und weshalb bin ich in diesem Handwerk oder in diesem Beruf tätig?, führt Georg Müller folgende Antwort aus, die sich so deutlich in seinem Leben widerspiegelte:

In den meisten Fällen wird die Antwort lauten: »Ich arbeite in meinem irdischen Beruf, damit ich mich und meine Familie ernähren kann.« Hier liegt der Hauptirrtum, aus dem fast alle anderen Irrtümer hervorgehen, die Gotteskinder in Bezug auf ihren Beruf ins Feld führen. Einen Beruf nur deshalb auszuüben, um das zu erwerben, was für das eigene Leben und das der Familie benötigt wird, ist nicht biblisch. Wir sollten deshalb arbeiten, weil es der Wille des Herrn für uns ist. »[Er] arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe« (Epheser 4,28).
[…] Wenn die Sicherstellung unserer Lebensbedürfnisse an unserer Arbeitsfähigkeit läge, könnten wir niemals frei von Ängsten sein. Dauernd müssten wir uns sagen: ›Was wird sein, wenn ich zu alt zum Arbeiten bin oder wenn ich krank werde?‹ Wenn wir aber in einem irdischen Beruf stehen, weil es der Wille des Herrn für uns ist, wird er auch sicher für uns sorgen, da wir im Gehorsam ihm gegenüber unsere Arbeit tun.

(Aus: Georg Müller Autobiografie, … als sähe er den Unsichtbaren, S.151f., 2016, CLV Verlag)