Andachten

Der Meister und das Werkzeug (1. Tim 1,12-13)

Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen hat, indem er den in den Dienst stellte, der zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war; aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden, weil ich es unwissend im Unglauben tat. (1. Tim 1,12-13)

Es sagte mal jemand: „Gott braucht keinen Hammer, um Nägel in die Wand zu schlagen, er kann es auch mit einer Flasche tun.“

Ein guter Handwerksmeister gebraucht freilich passendes Werkzeug für die Art seiner Arbeit. Doch obliegt es auch seiner Fähigkeit und Würde, auf unkonventionelle Art und Weise seine Werke zu vollenden.

So verhält es sich auch mit der Person des Paulus. Es kommt nicht auf das Werkzeug an, sondern auf denjenigen, der es bedient. In dieser Tradition sieht er sich selbst und betont ausdrücklich: Das, was mich als Mensch und Sünder ausmachte, stellt für Gott kein Hindernis dar! Seine Gnade machte mich zu dem, was ich nun bin!

Somit steht auch hier nicht Paulus als Werkzeug in seinem Brief im Mittelpunkt – sondern der Meister, Gott selbst, der mit ihm Geschichte schrieb – ob oder trotz seiner sündigen und fatalen Vergangenheit!

Auch sieht sich Paulus hier nicht selbst als Auftraggeber des Dienstes. Er schiebt die volle Legitimation seines Dienstes Gott zu. Nicht er machte sich zum Werkzeug, nicht er stellte sich in den Dienst und auch nicht er war es, der Kraft, Ausdauer und Talent zum Verkündigung des Evangeliums in sich hatte. Allein Jesus Christus erhält hierbei seinen ausgesprochenen Dank dafür.

Dieses kurze Zeugnis möchte Gott dazu gebrauchen, unseren Wert und unsere Nützlichkeit nicht in uns selbst zu finden oder gar an der Vergangenheit auszurichten, sondern am Meister selbst, der ein jedes Seiner Werkzeuge gebrauchen kann, so, wie Er es will, zu seiner Ehre!