Andachten

Eine Hand, die sich selbstständig macht?

Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. (1Kor 12,12)

Sitzt du gerade? Oder stehst du? Vielleicht bist du gerade unterwegs und läufst. Je nach Bewegung oder Position benötigt man verschiedene Körperteile, um die Aktion auch wirklich ausführen zu können. Ich sitze beispielsweise gerade an meinem Notebook und nutze meine Finger, um diesen Text zu schreiben. Vorhin bin ich die Treppe zu meinem Zimmer hoch gelaufen. Heute Mittag bin ich mit meinem Fahrrad vom Bahnhof nach Hause gefahren. Sofern wir nicht verhindert sind, uns zu bewegen, nutzen wir Tag ein Tag aus viele Teile unseres Körpers. Jedes Teil trägt dazu bei, dass der Körper auch wirklich der Körper ist.

Paulus nutzt den Körper, um einen Vergleich zwischen ihm und der Gemeinde herzustellen. Er sagt, die Gemeinde ist auch ein Körper. Die Gemeinde ist der Körper Christi. Dabei macht er verschiedene Dinge deutlich. Ich möchte nur eine Sache herausgreifen:

Der Vergleich sagt aus, dass Gemeinde Gemeinschaft bedeutet. Das ist ihm ein großes Anliegen gewesen, denn er schreibt den Korintherbrief an Christen, die keine gute Gemeinschaft lebten. Ein großes Problem war zum Beispiel, dass die reichen Leute, den armen das Essen wegaßen, wenn sie zusammen als Gemeinde ein Essen abhielten. Die Armen wurden vernachlässigt und wurden von den Reichen verachtet. Paulus gibt ihnen durch den Körper-Vergleich zu verstehen, dass das so nicht geht. Sowohl Arme, als auch Reiche sind in dem Leib Christi. Da gibt es keinen Unterschied. Beide sind gleichsam wertgeschätzt von Christus.

Es mag sein, dass diese Kluft zwischen Arm und Reich heutzutage in den Gemeinden nicht mehr so eine große Rolle spielt. Doch meine ich, dass wir in anderen Bereichen versagen, die Gemeinde als Körper anzusehen. Ich lernte einmal einen Christen kennen, der mir erzählte, dass er bereits in einigen Gemeinden zu Besuch war, doch er fand keine, die ihm wirklich gefiel. Paulus würde ihm wahrscheinlich in derselben Weise antworten, wie er zu den Korinthern sprach: Wir sind ein Leib in Christus. Wenn in einer Gemeinde wahre Gläubige sind, so sind wir automatisch mit ihnen verbunden. Wir können nicht zuerst abwägen: „Möchte ich mit denen verbunden sein oder lieber doch nicht?“ Wir sind es einfach. Denn unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus ist es, der verbindet. Sind wir so, wie die Person, von der ich erzählt habe, dann gleichen wir einer Hand, die sich von dem restlichen Körper verabschieden möchte. Sie wird unmöglich zurecht kommen und sie tut gleichzeitig dem restlichen Körper nichts gutes dabei. Sie nimmt dann weder für sich selber, noch für den restlichen Körper ihre Verantwortung wahr. Und das wäre sehr schade.

Daher lasst uns darauf besinnt sein, in der Gemeinschaft der Gläubigen zu leben und dadurch den Segen Christi zu empfangen. Lasst uns keine Einzelkämpfer, sondern Teamplayer sein. Lasst uns nicht nur irgendwelche Körperteile, sondern ein Leib Christi sein.

(Bilder der Gemeinde 3/8)