Andachten

Ein Ruf aus der Tiefe

Ein Wallfahrtslied. Aus den Tiefen rufe ich zu dir, HERR. Herr, höre auf meine Stimme! Lass deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens! Wenn du, Jah, die Sünden anrechnest, Herr, wer wird bestehen? Doch bei dir ist die Vergebung, damit man dich fürchte.  Ich hoffe auf den HERRN, meine Seele hofft, und auf sein Wort harre ich. Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, die Wächter auf den Morgen. Harre, Israel, auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade, und viel Erlösung bei ihm. Ja, er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. (Psalm 130)

Dieser Psalm ist ein sogenanntes Wallfahrtslied, welches die Juden auf dem Weg zum Tempel sangen, wenn ein Fest anstand. 

In dem ersten Vers seines Liedes zeigt uns der Psalmist sogleich seinen Zustand auf. Er ruft aus den Tiefen zu seinem Herrn. Tiefen oder Wassertiefen waren früher ein Bild für die Tiefe, in die Sünde den Menschen zog. Sicher kennt ihr auch das Gefühl , dass, wenn man den Blick auf sich lenkt und erkennt, wie schlecht man vor Gott ist, sich wirklich miserabel fühlt und das Gefühl hat, in einem tiefen Loch zu sitzen, aus dem man nicht wieder herauskommt, oder in einem Meer von dem Wasser in die Tiefe gezogen zu werden. So hat sich der Pilger gefühlt. Er hat erkannt, wie arm er vor Gott ist und dass er unbedingt seine Hilfe braucht. 

Das erinnert an die Geschichte von Petrus, der mutig auf dem Wasser zu Jesus gehen wollte und plötzlich sank, als er auf die hohen Wellen sah. Allein Jesus konnte ihn aus dem tobenden Meer retten und ihn aus diesen Tiefen des Wassers hinausziehen.

Wir müssen erkennen, wie schlecht wir vor Gott sind, dass wir keine Minute nicht sündigen. Wir müssen aufhören, so gut von uns zu denken. Denn alles, was wir nicht zur Ehre Gottes machen, um ihn zu erheben, sondern für uns tun, dass gefällt Gott nicht und ist Sünde. Gott hätte uns daher genauso hingerichtet für unsere Schuld, wie die schlimmen Massenmörder, die wir aus den Filmen kennen. Wir stehen ihnen von dem Maß der verdienten Strafe in nichts nach – der Tod.

Aber wir dürfen wissen, dass Gott gnädig mit uns ist und dass er gerne und immer wieder vergeben möchte.

In Psalm 51,19 steht: „Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“

Wenn wir mit einem zerbrochenen Herzen vor Gott kommen und ihn um Vergebung bitten, um seine Gnade, dann sagt Gott nicht etwas, wie: „ Zu spät, du hast schon so viel gesündigt, dir kann ich nicht mehr vergeben, für dich ist es vorbei, du hast deine Chance vertan“, sondern, er wird, wenn wir aufrichtig zu ihm kommen, eher sowas sagen, wie „Mein Kind, ich sehe dein zerbrochenes Herz. Ich weiß wie es dir gerade geht und ich möchte dir vergeben, denn mein Sohn starb für dich, für deine Sünden. Ich liebe dich! Und ich bin dir gnädig!“ 

Gott wird niemals jemanden, der aufrichtig zu ihm kommt und ihn um Vergebung bittet oder sagt, dass er sein Kind sein will, verstoßen, nein, er vergibt ihm und nimmt ihn auf als sein Kind! Wenn wir Gottes Kinder sind, heißt das nicht, dass wir fortan viel besser sind oder nicht mehr sündigen. Nein, wir sind immer noch Sünder, aber erlöste Sünder. Jesus Christus stirbt stellvertretend für Sünder am Kreuz. Er hat unsere Schuld getragen und sie weggeworfen ins tiefste Meer, tiefer, als die Tiefe, von der der Psalmist spricht. 

Jesu Tod macht uns gerecht vor Gott. Welch Gnade! Wir haben das nicht verdient, wir hätten den Tod verdient, wir hätten an dem Kreuz hängen müssen, da wir schuldig waren, aber wie schön ist es zu wissen, dass Jesus Christus sein Leben für uns hingegeben hat, sodass wir ewiges Leben haben dürfen!