Andachten

Einführung in die Offenbarung (7/15) | Ein Überblick über die Offenbarung – Teil 2

Benny hat bereits einige ausgezeichnete Kommentare zum Überblick der Offenbarung gemacht. Sicher ist es nicht ganz unstrittig – im Gegenteil! – was er ausgeführt hat. Ich denke aber, dass dieser Ansatz, die Offenbarung so zu lesen, wie er es erklärt hat, ziemlich sinnvoll ist.

Ich möchte diese These nochmal kurz in Erinnerung rufen: Die Offenbarung schildert in sieben Teilen auf eine fortschreitende (auch: progressive) Weise, den Zeitabschnitt zwischen dem ersten Kommen Jesu Christi und seinem zweiten Kommen. Das heißt, dass die 7 Abschnitte eigentlich parallel zueinander stehen (deswegen „progressiver Parallelismus“). Um klar zu sein: Das ist keine gängige Meinung heutzutage! So fair möchten wir sein und zu verstehen geben, dass höchstwahrscheinlich der Großteil der heutigen Christenheit das anders sieht. Das ist für uns in Ordnung.

Benny hat ebenfalls erklärt, dass man zusätzlich zu den sieben Abschnitten auch noch zwei gröbere Teile in der Offenbarung findet: 1. Teil Kapitel 1-11 und 2. Teil Kapitel 12-22. Den ersten Teil hat Benny bereits super zusammengefasst und gezeigt, wie der Kampf zwischen dem Volk Gottes und der Welt lodert, wie aber doch Christus am Schluss den glorreichen Sieg davon trägt (Offb 11,15). Jetzt schauen wir uns noch in Kürze die Kapitel 12-22 an:

Kapitel 12-14: Wir sehen hier quasi ein „Röntgenbild“ des Kampfes, der in den Kapiteln vorher beschrieben wurde. Der Kern des Konflikts zwischen der Welt und der Gemeinde liegt eigentlich darin, dass der „Drache“ gegen Christus kämpft. Satan wollte immer schon diesen Christus zerstören. Nachdem er aber Christus nicht besiegen konnte, gibt er sich die größte Mühe, die Gemeinde („die Frau“) zu verfolgen. Die beiden Tiere aus Offb 13 sind ein eindrückliches Bild davon, wie Satan all seine Geschütze auffährt, um den Krieg zu gewinnen. Doch hat das verfolgte und gepeinigte Volk Gottes, die als jungfräuliche und reine Armee beschrieben wird, die geniale Zusage, dass sie sicher sind, weil sie den Namen ihres Vaters auf ihrer Stirn haben. Die bösen Feinde – sie werden gerichtet und wie in einer Kelter zertreten.

Kapitel 15-16: Hier kommt ein imposantes Bild zum Ausdruck: Sieben Engel kommen aus dem Tempel hervor und sie bekommen sieben Schalen, die voll sind von der Zornglut Gottes, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb 15,6-7). Diejenigen, die dachten, sie könnten sich bei Harmageddon versammeln zum Krieg gegen Gott, den Allmächtigen, werden vernichtet.

Kapitel 17-19: Johannes widmet sich hier extra noch der genaueren Schilderung der Zerstörung Babylons. Diese elendige Hure, welche die Welt stets verführte und sich am Blut der treuen Zeugen Jesu berauscht hat (Offb 17,6; 18,6; 19,2), verliert nun ihren Glanz, ihr Ansehen und ihren Wohlstand. Diese Braut geht unter aber die Braut Jesu Christi wird gerechtfertigt und darf sich auf ihren Bräutigam freuen. Verstehen wir hier vielleicht ein wenig, wie ermutigend das doch für die schlimm verfolgten Christen damals aber auch heute ist?

Kapitel 20-22: Nach einer Beschreibung von einer „tausendjährigen Zeitspanne“ (die verschiedene Leute unterschiedlich verstehen), beschreibt Johannes das letzte Gericht, bei dem endlich der Wunsch der hingeschlachteten Märtyrer aus Offb 6,9-10 erfüllt wird: Gott rächt ihr Blut. Und schließlich wird die geniale neue Schöpfung beschrieben, in der sich Gottes Volk, das nun makellos und unendlich schön ist, für immer an ihrem Bräutigam erfreuen wird.