Andachten

Solange es sich gut anfühlt…

Und die Kinder Israel sprachen zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen, als wir Brot aßen bis zur Sättigung! Denn ihr habt uns in diese Wüste herausgeführt, um diese ganze Versammlung vor Hunger sterben zu lassen.
2. Mose 16,3

Wie wenig sich der Mensch doch ändert. Die Geschichte des Volkes Israels ist in höchstem Maße lehrreich für uns Gläubige, denn sie lehrt uns vieles über unseren eigene Verdorbenheit. Manchmal erschrecke ich regelrecht über einzelne Verse oder das Verhalten von Menschen in der Bibel. Als ich diesen Abschnitt heute las, ging es mir so.

Israel war durch Gottes große Wunder aus der ägyptischen Sklaverei befreit worden. Die ägyptische Armee hatte Gott im Schilfmeer vernichtet und Israel heil hindurch geführt. Nach einer Phase des Wassermangels kamen sie nach Elim, einer Oase des Überflusses. Aber Gott hatte Israel an den Berg Sinai gerufen, dies hatte er Mose bereits mitgeteilt bevor sein Wirken in Ägypten begann. Also musste Israel weitergehen, erneut hinein in die Wüste, weg von den Quellen. Zweieinhalb Monate nach ihrem Auszug aus Ägypten hatten sie nun aber ein anderes Problem: Sie sorgten sich um ihre Nahrung und murrten gegen Mose und Aaron, ihre Anführer, die sie nach Gottes Auftrag durch die Wüste führten.

Ihr Murren zeigt eine enorme Undankbarkeit gegenüber Gottes Errettung. Würde mir als Erretter dieser Undank entgegen schlagen, so würde ich wahrscheinlich die geretteten vernichten, wenn dies in meiner Macht stünde. Was meine ich damit? Die Israeliten wünschen sich nicht nur, in Ägypten zurückgeblieben zu sein, nein, sie wären sogar lieber mit den Ägyptern an den Plagen gestorben. „Durch die Hand des HERRN“ in Ägypten gestorben zu sein wäre für sie akzeptabel gewesen, solange sie dies nur erlebt hätten während sie vor vollen Fleischtöpfen saßen. Ihr leibliches Wohl war ihnen deutlich wichtiger als Gottes Plan für sie. Sie wollten einfach nur ihren Bedürfnissen frönen. Dafür hätten sie sogar den Tod durch eine Strafe Gottes in Kauf genommen.

Nun haben sie Hunger, als freies Volk Gottes in der Wüste und Murren gegen Mose und damit auch gegen Gott. Und was tut unser großer Gott? Er beginnt Manna auf das Volk regnen zu lassen. Von diesem Zeitpunkt an versorgt Gott sein Volk 6 Tage die Woche für 40 Jahre mit immer genügend Brot. Ist das nicht wunderbar? Gott vernichtet das Volk nicht auf Grund ihres unfassbaren Undanks, sondern erbarmt sich über sie und gibt ihnen Manna, Brot vom Himmel.

Mögen wir doch nicht so sein wie das Volk Israel in der Wüste. Auch wir ziehen häufig sündige Dinge und Gewohnheiten vor, die uns knechten, anstatt Gottes freimachende Gnade in Anspruch zu nehmen. Und dann murren wir gegen ihn, weil uns unser Leben dann keine Erfüllung gibt, sondern immer nur das kurzfristige Vergnügen der Fleischlichkeit. Israel wollte sich vor allem gut fühlen. Wir aber sind berufen, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen. Vom Volk Israel wissen wir, dass Gott an dem Großteil von ihnen keinen Gefallen hatte und sie in der Wüste sterben ließ (1. Kor. 10). Was wird Gottes Urteil über dich sein? Ist für dich alles in Ordnung solange du dich gut fühlst oder ist es dir wichtig, Gott und seinem Wort zu gehorchen, auch wenn dies große Unanehmlichkeiten mit sich bringen kann?