Andachten

Dem Satan übergeben?! (1. Tim 1,20)

[…] unter denen Hymenäus ist und Alexander, die ich dem Satan überliefert habe, damit sie durch Zucht unteriesen würden, nicht zu lästern. (1. Tim 1,20)

„Fahr zur Hölle!“ oder „soll dich der Teufel holen!“ sind üble Flüche und Verwünschungen, die uns irgendwo schon begegnet sind. In diesen wird auf vulgäre und mit Groll untermauerten Art und Weise zum Ausdruck gebracht, dass man mit seinem Gegenüber abgeschlossen und nichts (mehr) für ihn übrig hat.

Evtl. kommt beim ein oder anderen auch ein solcher Gedanke auf, wenn man sich den Apostel Paulus anschaut. Abschließend zu seiner ausgiebigen Einleitung mit klaren Hinweisen auf die Absicht seines Briefes, nämlich die Struktur in der Gemeinde zu schärften und alles Schädliche in Form von Irrlehren und Parteiungen zu entfernen, ziehlt Paulus auf zwei Männer ab.: Hymenäus und Alexander.

Wir wissen nicht viel über sie, auch nicht, ob es die selben Männer sind, die in 2. Tim 2,17 und 4,14 negativ erwähnt werden.

Doch was bedeutet es jemanden „dem Satan zu überliefern?“

In Gottes Wort sehen wir, dass öfter Menschen Satan ausgesetzt wurden.
Hiob wurde zum Erweis seiner Gottesfurcht Satan ausgesetzt. (Hiob 1-2)
Paulus wurde einem Engel Satans ausgesetzt, der ihn schlug, damit er sich nicht überhebe. (2. Kor 12)
Petrus wurde Satan zu Teil, damit die Stärke des rettenden Glaubens bewiesen und Satan gezeit wurde, dass er nicht einfach einen Gläubigen aus Gottes Hand entreißen kann.
Jesus selbst wurde Satan bei seiner Versuchung ausgesetzt (Matth 4).

Wir können davon ausgehen, dass Alexander und Hymenäus Kinder Gottes waren. Sie strauchelten, ja sie versündigten sich sehr, sodass Paulus womöglich aus der Gemeinschaft der Gläubigen entfernen ließ und sie somit Satans Machteinfluss aktiv preisgab. Auch hier war das Ziel eine Zurechtbringung (daher schreibt er von Zucht!) und keine ewige Verdammnis.

Wir sehen also: Ein echtes Kind Gottes kann Satan übergeben werden, um Gott
mehr Ehre zu bringen und dass ein gutes Ziel mit ihnen erreicht wird:
Gott zu ehren, andere zu stärken, sich selbst zu erkennen und unten zu bleiben, im Glauben zu wachsen – oder schlichtweg erzogen und zurecht gebracht zu werden.

In allen Fällen war Satans Macht über die Personen stets beschränkt.  Satan kann die Wirksamkeit eines Christen zerstören, aber nicht sein ewiges Leben.

Danken wir Gott dafür, dass wir allein seiner Herrschaft ausgesetzt sind. Dennoch gebraucht Gott auch Satan für seine Ziele, damit Gott groß und wir belehrt werden.