Andachten

Gott führt uns

„Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du gehen sollst; ich will dir raten, mein Auge ist über dir.“ (Psalm 32,8)

Egal in welchem christlichen Lager man auch unterwegs sein mag, so werden doch die meisten Christen darin übereinstimmen, dass Gott einen Plan hat, diesen aufgrund seiner Allmacht und Souveränität ausführen wird und dass Gott in der Lage ist, mit den Menschen zu kommunizieren. Nur bei der Frage nach der Art und Weise, also wie Gottes Führung in dem Leben der Kinder Gottes aussieht, treten unterschiedliche Meinungen auf.

Als es um die Frage nach dem Willen Gottes für mein Leben ging, war es für mich sehr hilfreich und befreiend zu erkennen, dass es den offenbarten Willen und den verborgenen Willen Gottes gibt. Diese Unterscheidung ist von großer Bedeutung, da wir nirgendwo in der Bibel aufgefordert werden den verborgenen Willen Gottes herauszufinden. Unsere Aufgabe ist es, in dem Wort Gottes zu lesen und so zu erkennen, wie ein Leben als Christ zu führen ist. Die Tatsache, dass Gott in der Vergangenheit den Propheten, Königen oder Aposteln seinen Willen auf übernatürliche Art und Weise offenbart hat, sollte uns nicht automatisch dazu veranlassen, nach diesem Mittel der Kommunikation Gottes in unserem Leben zu streben, da es zum einen für die Menschen des Alten und Neuen Testaments etwas Außergewöhnliches war und weil wir zum anderen heute Gottes vollständige Offenbarung in den Händen halten. Sowohl das Leben und die Predigten Jesu, als auch die meisten Briefe der Apostel enthalten wichtige Aufforderungen, denen es als Kind Gottes zu folgen gilt.

Vermutlich wären wir weniger an dem verborgenen Willen Gottes interessiert, wenn wir damit anfangen würden, die von Gott in seinem Wort gegebenen Aufforderungen, in die Tat umzusetzen. Bei dieser langen Liste würde uns die Zeit fehlen, noch zusätzlich etwas von Gott auferlegt zu bekommen.

Doch wie verhält es sich dann mit den Fragen nach dem richtigen Beruf, dem richtigen Partner oder dem richtigen Dienst in der Gemeinde?
Es stimmt, dass wir in der Bibel auf spezielle Fragen in unserem Leben keine direkte Antwort finden, wie z.B. werde Zimmermann, heirate Tim oder übe das Amt des Ältesten aus. Wahrscheinlich werden wir auch keine Vision von unserem zukünftigen Ehepartner oder dem Dienst in der Gemeinde erhalten, den wir ausüben sollen, wobei ich nicht sagen will, dass Gott nicht so handeln könnte. Was wir aber mit Sicherheit sagen können ist, dass Gott uns durch sein Wort Richtlinien – im gewissen Sinn so etwas wie Leitplanken auf der Autobahn – vorgibt, innerhalb derer wir unter Gebet und Anwendung des gottgegebenen Verstandes eine Entscheidung treffen sollen.
Du möchtest einen nicht an Gott gläubigen Menschen heiraten, obwohl die Bibel das verbietet, so kannst du sicher sein, dass du nicht nach Gottes Willen handelst. Willst du einen Beruf erlernen, bei dessen Ausübung du nicht um Lügen und Betrügen drumherum kommst? Dann ist das kein Beruf für dich. Du willst unbedingt Prediger in deiner Gemeinde werden, obwohl du keinen klaren Gedanken fassen kannst, wenn mehr als zehn Augen auf dich gerichtet sind? Dann hast du wahrscheinlich nicht die Gabe des Predigens erhalten.

Ich habe bei mir persönlich gemerkt, wie besonders ein bestimmter Gedanke einen Christen in der Frage nach dem Willen Gottes lähmen kann. Es handelt sich um die sündige Vorstellung, dass man erst dann vollkommen glücklich und zufrieden sein kann, wenn man mit dieser/diesem einen bestimmten Frau/Mann verheiratet ist, diesen einen Job hat, in der Gemeinde dieses oder jenes Amt inne hat, … . Ich durfte lernen, dass jeder Ehepartner, Job oder Dienst in der Gemeinde der falsche ist, ja mir sogar zum Götzen wird, wenn ich von ihm erwarte, was nur bei Jesus zu finden ist, nämlich vollkommene Zufriedenheit und Freude in Fülle.

Gott, der allmächtige Schöpfer und unser Vater ist fähig und willig seine Kinder auf dem guten Weg zu führen und deshalb wollen wir um nichts besorgt sein, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung [unsere] Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird [unsere] Herzen und [unsere] Gedanken bewahren in Christus Jesus. (Philipper 4,6.7)