Andachten

Einführung in die Offenbarung (10/15) | Interpretation #3: Das Mal des Tieres

Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn… (Offb 13,16).

Was um alles in der Welt soll denn das Mal des Tieres sein? Waren es die Münzen zur Zeit des römischen Reiches, auf denen alle das Bild des Kaisers geprägt war? Oder ist es eher eine ganz moderne Erscheinung nämlich die Einführung des Strichcodes oder der Kreditkarte oder jüngst des sogenannten „RFID-Chip“? All das sind einige Vorschläge, die gemacht wurden und wer will da schon mit Sicherheit sagen, was jetzt wirklich stimmt?

Ich persönlich finde einen anderen Ansatz überzeugender. Bei diesem Ansatz geht es nicht darum herauszufinden, was denn nun genau dieses Malzeichen ist (also keine konkrete Erscheinung wie ein Chip oder eine Kreditkarte), sondern darum, was denn für eine Realität hinter diesem Mal verborgen liegt.

Ich denke, dass dieses Mal grundsätzlich einmal ein Kennzeichen ist. Es markiert die Menschen, die zu diesem Tier gehören und die das Eigentum dieses Tieres sind. Ich denke aber, dass das nicht zwangsläufig ein Zeichen sein muss, das nach außen hin eindeutig sichtbar ist (so etwas wie eine Tätowierung oder eben ein implantierter Chip). Ich denke, dass es hier um Symbole geht, die ausdrücken wollen, das all diejenigen, die das Mal des Tieres an ihrer Stirn oder an ihrer Hand haben, vom Tier in ihrem kompletten Handeln (Hand) und Denken (Stirn) beeinflusst und geprägt werden.

Im alten Israel sollte man das Gesetz Gottes an Stirn und Hand befestigen, um zu zeigen, dass man sich in Denken und Handeln dem Wort Gottes unterordnete (5. Mo 6,8). Jetzt fordert hier das Tier, dass alle Welt ihm uneingeschränkten und unbedingten Gehorsam zollt. Wer hat also das Mal des Tieres? Es sind all diejenigen, die das tun und denken, was das Tier vorgibt. Es waren all diejenigen, die damals zur Zeit des römischen Reiches, dem Kaiser anstatt Gott ihre höchste Treue geschworen hatten; es waren und sind all diejenigen, die lieber menschengemachten Religionen hinterherliefen/-laufen anstatt Gottes Wort zu vertrauen; es waren und sind all diejenigen, die lieber sich selbst dienen und verehren, anstatt dem einzig waren Schöpfer und all diejenigen, die lieber ihr Fleisch beflecken in Unreinheit leben und lügen und betrügen, anstatt in Reinheit und ohne Betrug auf den Lippen dem Lamm nachzufolgen. Letzteres charakterisiert nämlich genau die, die den Namen ihres Vaters auf ihren Stirnen geschrieben haben und nicht das Zeichen des Tieres (Offb 14,1-5).

Für uns ist die entscheidende Frage, wer uns prägt und wessen Zeichen wir auf unseren Stirnen haben. Selbst wenn große wirtschaftliche Nachteile auf uns zukommen (Offb 13,17) oder man uns niedermetzeln möchte (Offb 13,15) so lohnt es sich doch allemal den Namen des HERRN mit Ehre zu tragen! Lasst uns danach streben!