Andachten

Sollten alle Menschen gerettet werden? (1. Tim 2,3-4)

Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Tim 2,3-4)

Der logisch denkende Christ kommt heute erneut an seine Grenzen. Wie soll ich denn für Menschen beten, wenn Gott doch selbst die Seinen souverän auserwählt und zur Herrlichkeit bestimmt?

Es ist richtig, dass es uns widerstrebt, diesen Aspekt zu verinnerlichen.
Jesus selbst betete einst in Joh 17,9 explizit nicht für die Welt, sondern für die Seinen, die ihm sein Vater gegeben hat. Doch beachten wir: Jesus betete dort als Hohepriester! Seine Dimension und sein Blick sind daher weitreichender als der unsere!

Die Aufgabe von dir und mir ist es für jeden zu beten und sein Seelenheil Gott inbrünstig vorzulegen. Es ist auch Gottes Wunsch, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen. Und dennoch sucht er trotzdem nach dem ewigen Vorsatz, den er verwirklicht hat in Jesus Christus (Ephemerer 3,11) nur die Auserwählten. Den Rest (Joh 17,6) übergeht er und überlässt sie den verdammenden Konsequenzen ihrer Sünde (vgl. Röm 1,18-32). Die Verantwortung ihrer Schuld liegt ganz allein bei diesem nicht erwählen Rest, da diese Gott, da sie Sünder sind, abgelehnt haben.

Wir jedoch sind nicht dafür verantwortlich, wer auserwählt ist. Im Kontext der heutigen Verse geht es um dein und mein treues Gebet, gerichtet einzig und allein an den souveränen Gott, der sich hier als menschenliebend darstellt, der jedoch seine Auserwählten kennt (2. Tim 2,19).
Die biblische Wahrheit der Erwählung und Prädestination heben die moralische Verantwortung des Menschen an keiner Stelle somit auf.

Wie wunderbar dies doch ist! Wir sind nicht gezwungen, uns über für uns nicht eruierbare Umstände den kopf zu zerbrechen, sondern sind angehalten, verlorene Menschen einem liebenden Gott, der Menschen retten will, hinzugeben!

Tun wir das?