Andachten

Einführung in die Offenbarung (13/15) | Interpretation #6: Die vier Pferde

Johannes sieht in Kap. 5 ein Lamm, welches würdig ist die sieben Siegel zu öffnen. Diese Siegel beinhalten Gottes Plan mit dieser Weltgeschichte. Nach und nach werden diese Siegel in Offb 6,1-8,1 geöffnet. Normalerweise ist es so, dass man bei einer Rolle alle Siegel aufbrechen muss, damit der Inhalt eingesehen werden kann. Hier wird uns ein anderes, spannungsgeladenes Bild beschrieben: Nach und nach öffnet dieses Lamm ein Siegel nach dem anderen und wir erfahren, was Gott für diese Erde geplant hat.

Ein weißes, ein feuerrotes, ein schwarzes und ein fahles Pferd erscheinen, um für ordentlich Schrecken, Verwüstung und Elend zu sorgen. Das wird uns in Offb 6,1-8 geschildert (es empfiehlt sich, diese Stelle kurz nachzulesen). Das sind die ersten vier Siegel. Doch was genau heißt das? Sind demnächst (weil ja wieder Endzeitstimmung ist) ein paar phantastische Pferde plus außergewöhnliche Reiter zu erwarten, die unsere Welt zerstören und niemand kann sie aufhalten?

Oder haben wir es vielleicht doch wieder mit symbolhaltiger und apokalyptischer Sprache zu tun, die uns auf andere Realitäten hinweisen will? Ich denke, Letzteres ist der Fall. Diese vier Reiter spiegeln auf anregende Weise wieder, was sich seit 2000 Jahren immer wieder abgespielt hat und bis zum Weltende noch abspielen wird und zwar mit zunehmender Intensität: Eroberungen (weißes Pferd), Kriege (feuerrotes Pferd), Hungersnöte (schwarzes Pferd) und der Tod (fahles Pferd).

Ich denke, dass diese Beschreibungen eine undefinierte Zeit vor Jesu Wiederkunft widerspiegeln. Sehr Ähnliches sagt auch Jesus auch in Markus 13,6-8 voraus, wo es um die Zerstörung Jerusalems geht und diese Zerstörung kann als eindrücklicher Vorgeschmack auf das Ende der Welt angesehen werden.

Diese Art von Tumulten traten im damaligen römische Reich auf, sie traten im letzten Jahrhundert auf und nichts in dieser Welt, keine Vereinigungen von Ländern, keine Friedensabkommen, können uns davor bewahren, dass es nicht jederzeit wieder passiert. Daher werden wir wie die Christen damals aufgefordert, nicht auf den propagierten Weltfrieden oder auf Wohlstand zu vertrauen, sondern auf Gott allein und auf seine Verheißungen einer neuen Welt (Offb 21,4; 2,17; 3,12). Was sonst könnte uns je Trost spenden in solchen kritischen Umständen?

Wir werden versichert, dass Gottes Heilige, sein Volk, von ihm versiegelt werden inmitten all dieser Bedrängnisse. Wir als Christen haben tatsächlich nichts zu fürchten. Ja, Gott sendet seine Gerichte zu seinen festgesetzten Zeiten in diese Welt und das ist gut so, denn diese Welt ist furchtbar rebellisch. Aber Gottes Volk braucht sich davor nicht zu fürchten, sind sie doch versiegelt und zeigen dadurch, dass sie zu Gott gehören und von ihm beschützt werden. Ihnen wird eine unglaubliche Ruhe von Gott am Ende der Zeiten wiederfahren, die einem jeglichen Atem raubt (Offb 7,15-17). Das macht uns hoffentlich unglaublich Mut uns steigert unsere große Hoffnung auf unsere zukünftige Herrlichkeit.

Keine politsichen Umbrüche, keine Kriege, keine Hungersnöte oder sonstige Katastrophen werden uns je von unserem Gott, der uns beschützt, trennen. Und gleichzeitig richtet Gott, der gerechte Richter, die Bosheit der Menschen. Preis unserem Gott für seine unausforschlichen Pläne und Handlungen.