Andachten

Gottes Allgenugsamkeit Teil 1

„Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?“ (Römer 8,31-35)

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Volk Israel und anderen Völker der Antike bestand darin, dass die meisten Völker mehrere Gottheiten verehrten. Es gab Götter, denen man Opfer darbrachte, wenn die Ernte bevorstand, wenn man in den Krieg zog, sich wegen einer Reise auf auf dem Meer befand oder Rache für ein geschehenes Unrecht anstrebte. Es gab eine Gottheit, die für die Fruchtbarkeit zuständig war, eine die über den Tod herrschte und noch viele mehr. Jede Gottheit hatte so ihren eigenen Machtbereich, für den sie zuständig war, den sie aber auch nicht überschreiten konnte. Da es keinen Gott gab, der in all diesen Bereichen seine Macht ausüben konnte, waren die Menschen gezwungen vielen verschiedenen Göttern zu opfern. Nur so konnten sie sichergehen, dass sie keinen Gott vernachlässigten und dieser sich dann an ihnen rächen würde.

Wie vollkommen anders ist da doch der wahre Gott der Bibel! Er, der souveräne Herrscher und allmächtige Schöpfer, regiert über alles und jeden und da gibt es nichts und niemanden, der sich seinem Machtbereich entziehen könnte. Genau zu diesem Ergebnis muss man zwangsläufig kommen, wenn man Gottes Wesen studiert. Und so können wir nach diesem halben Jahr, in dem wir einige Eigenschaften Gottes angeschaut haben, diesem Ergebnis zustimmen und bekennen, dass Gott allgenugsam ist.

Die Bibelstelle aus dem Römerbrief macht Gottes Allgenugsamkeit im Leben eines Christen, im Bezug auf seine Heilsgewissheit, deutlich und kann vor allem dann ermutigen, wenn Zweifel diesbezüglich aufkommen. Besonders vor dem Hintergrund von Römer 7, in dem Paulus von dem Kampf, der zwischen dem Geist und dem Fleisch stattfindet und von seiner Unfähigkeit das Gute zu vollbringen, berichtet, sind die Verse ab Römer 8,28 überaus wertvoll und wie ein fester Grund, auf dem ein Haus allen Stürmen trotzen kann. Wir wollen heute und nächstes Mal insgesamt vier Fragen betrachten, die Paulus gebraucht, um dieses sichere Fundament herzustellen.

Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?
Diese erste Frage bringt den Gedanken zum Ausdruck, dass keine Opposition uns letztlich verderben kann. Dazu muss man sich klarmachen, wer dieser Gott ist, der sagt, dass er für uns sei: Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus, (Jes 46,9-10). Er hat seine Souveränität unter Beweis gestellt, indem er Abraham aus Ur, das Volk Israel aus Ägypten und Jesus aus dem Grab herausgeführt hat. Er ist es, der auch heute noch geistlich Toten Leben schenkt, aus dem Machtbereich der Sünde befreit und in seine Familie adoptiert. Durch dieses Versprechen Gottes, dass er für uns ist, verpflichtet er sich für uns zu sorgen, uns zu bewahren und zu beschützen, wenn Menschen und Umstände hier auf Erden uns bedrohen. C.H. Spurgeon fasst diesen Gedanken wunderbar zusammen, indem er sagte, dass die Souveränität Gottes das Kopfkissen sei, auf welchem seine Seele ruht. Bist du auf diesem Kopfkissen auch schon zur Ruhe gekommen?