Andachten

Herz und Augen bezwingen

[…] und es soll euch zu einer Quaste sein, dass ihr, wenn ihr sie anseht, euch an alle Gebote des HERRN erinnert und sie tut, und dass ihr nicht umherspäht eurem Herzen und euren Augen nach, denen ihr nachhurt; damit ihr euch an alle meine Gebote erinnert und sie tut und eurem Gott heilig seid. Ich bin der Herr, euer Gott, der ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe, um euer Gott zu sein; ich bin der HERR, euer Gott.
4. Mose 15,39-41

Den Auftrag Gottes an sein Volk Israel, den wir uns heute anschauen, ist auch für uns Christen sehr lehrreich. Gott hatte seinem Volk sein Gesetz gegeben und ausführlich erläutert. Doch wurden all diese Gebote ja sündigen Menschen gegeben. Von Natur aus, neigen Menschen nicht dazu, freiwillig und automatisch Gottes Gebote zu befolgen und seinen Willen zu tun.

Gott hatte sich für Israel ausgedacht, dass sie eine visuelle Hilfe an ihrer Kleidung plazieren sollten, eine Quaste. Später, wie man es heute an den orthodoxen Juden sieht, sind die Quasten und andere Erinnerungen mehr oder weniger zu reinen Symbolen verkommen. Doch das war nicht ihr ursprünglicher Sinn. Die Quaste hatte nichts magisches an sich und bewirkte an sich natürlich nichts.

Der Sinn der Quaste war, sich an Gottes Gebote zu erinnern. Nur Gottes Wort selbst, hatte die Kraft, die Israeliten vor einem Wandel auf einem Irrweg zu bewahren. Gott nennt dies „dem Herzen und den Augen nachhuren“. Das heißt einfach, dass unser Herz und unsere Augen sehr empfänglich sind für Versuchungen von außen und innen. Sehr einfach locken uns unsere Begierden vom Weg der Nachfolge weg und führen uns in Sünde und Elend.

Das einzige Gegenmittel hierfür ist das Wort Gottes. Entgegen der Meinung vieler Nichtchristen, zielt Gottes Wort nicht hauptsächlich auf Verbote ab („du sollst nicht“). Solange jemand nichts tut, ist buchstäblich auch nichts getan (siehe Jesu Anklage an diejenigen, die er anschließend in die Hölle schickt, die an ihren Nächsten nichts Gutes getan hatten – vgl. Mt 25). Gottes Wort zielt auch vor allem darauf, dass schlechte Verhaltensweisen abgelegt werden und gute antrainiert werden. Die Israeliten sollten sich an Gottes Gebote erinnern und sie „TUN“. Dadurch würden sie ein heiliges Leben vor Gott führen, der sie ja dazu aus Ägypten befreit hatte, um ihr Gott zu sein.

Wie also können wir gegen unsere sündigen Neigungen ankämpfen. Was sollen wir tun, wenn unsere Herzen und unsere Augen uns fortlocken und zur Sünde anreizen? Erinnere dich an Gottes Wort, ziehe daraus die Kraft zu widerstehen durch seinen Heiligen Geist. Der Einfluss des Wortes Gottes wird dir auch helfen, aktiv Gottes Willen zu tun, um heilig vor deinem Gott zu leben, der dich erwählt hat, um dein Gott zu sein.