Andachten

Zitat: Und wenn ich nicht erwählt bin?

Spurgeon predigte folgende interessante Gedanken zum Vorwand einiger, die sagen, da sie nicht erwählt seien, könnten sie kein Christ sein, auch wenn sie es gerne wollten:

„Wer bist du, dass du gegen Gott Vorwürfe erhebst? […] Bestreite nicht seine Gerechtigkeit und klage nicht seine Werke vor deinem Gericht an, o Mensch!

Aber manche sagen: „Es ist hartherzig von Gott, einige zu erwählen und andere nicht.“ Nun, ich will euch eine Frage stellen: Gibt es unter euch einige, die heilig und von neuem geboren sein möchten, die wünschen, die Sünde zu lassen und in Heiligkeit zu leben? Ja, hier ist jemand. Er sagt: „Ich möchte.“ Dann hat Gott dich erwählt. Aber ein anderer sagt: „Nein, ich mag nicht heilig sein. Ich will meine Begierden und meine Laster nicht aufgeben.“ Warum solltest du dann murren, dass Gott dich nicht dazu erwählt hat? […]

Nach eurem eigenen Bekenntnis wollen viele von euch keinen Glauben, kein neues Herz und keinen aufrichtigen Geist, wollen keine Sündenvergebung und keine Heiligung. Ihr wollt gar nicht dazu erwählt sein. Warum solltet ihr dann murren? Ihr achtet diese Dinge für leer und nichtig. Warum solltet ihr euch dann über Gott beklagen, dass er sie denen gegeben hat, die er erwählt hat?

(Predigt Nr. 41/42 vom Sonntagmorgen, 2. September 1855 in der New Park Street Chapel)

C.H.Spurgeon, Erwählt vor Grundlegung der Welt – Predigten über die Erwählung und Souveränität Gottes, S.38f, Bethanien Verlag e.K., 2003