Andachten

Gastbeitrag: Einführung in die Offenbarung (15/15) | Was nützt mir die Offenbarung?

Die folgende Andacht hat Rainer Krauss geschrieben, dem wir für diese Arbeit sehr zu Dank verpflichtet sind.

Viele Christen denken: „Die Offenbarung ist so kompliziert, ich verstehe sie nicht. Daher nützt sie mir auch leider nichts!“ Daran ist sicherlich richtig, dass einiges schwierig ist, aber wie Markus (03/15) das ausgeführt hat können wir die Kernaussagen durchaus leicht verstehen und zwar mit großem Nutzen. Ein paar Beispiele möchte ich hier nennen.
Was sicherlich jeder versteht ist, dass in der Offenbarung alles drunter und drüber geht. Aber trotzdem hat Gott alles unter Kontrolle. Genauer beschreibt dies Johannes mit dem Bild der Schriftrolle (die Beschlüsse Gottes für die Zukunft). Diese wird aufgerollt und alles läuft planmäßig ab. Gott muss nicht hektisch eingreifen, weil er beispielsweise von einer Entscheidung des Teufels überrascht wird. Gott demonstriert, dass er Gott ist – er ist allwissend und allmächtig.

Wir können festhalten, dass auch wenn alles drunter und drüber geht, Gott trotzdem alles unter Kontrolle hat. Diese Einsicht nutzt uns einiges im Alltag. Es bringt unser Mindset (unsere Einstellung) wieder in Ordnung. Ein Beispiel: In diesem Jahr ist wegen der großen Angst vor einem kleinen Virus alles drunter und drüber gegangen. Viele machen sich Sorgen um die Zukunft. Kommt eine Weltwirtschaftskriese auf uns zu? Ist mein Job sicher? Der Eine fragt sich: Werden mir nahestehende Personen sterben? Und der Andere: Was für Absichten hat Bill Gates wirklich? Oder warum berichten die News: „Pandemie! Pandemie!“ (Das ganze Volk ist krank), während ich keinen Kranken kenne? Okay, aber wie nützlich ist die Offenbarung in diesen Fragestellungen? Sehr! Sie entspannt die ganze Situation. Wir können wissen, alles ist in Gottes Hand. Auch wenn wir nicht alles im Griff haben, Gott hat alles unter Kontrolle. Es wird nicht schlimmer kommen als Gott es möchte. Auch kann kein Wille eines noch so großen Mensches Gottes Plan durchkreuzen. Wie geschrieben steht: „Gleich Wasserbächen ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er leitet es wohin immer er will.“ Spr. 21,1 Natürlich ist dadurch der Job noch nicht sicher. Aber wir können wissen, dass alle Dinge denen zum Besten dienen, die Gott lieben (vgl. Röm 8,28), auch wenn wir unseren Job verlieren. Gott hat alles in der Hand, auch wenn alles drunter und drüber läuft.

Ein weiterer Nutzten ist das Wissen darum, dass der Teufel, der uns noch Probleme bereitet, sicher im Feuersee landen wird. „Der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen […] und wird gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Off 20,10. Das ist doch ermutigend! Der Teufel wird nicht ewig sein Unwesen treiben! Diese Dinge werden sogar bald geschehen vgl. Off 1,1.
Das Gericht wird nicht nur am Teufel vollstreckt werden, sondern an allen, die böse Taten ausüben. Wie das im Detail aussieht, kann man tausend Mal in den sieben parallelen Abschnitten (Off 1-3; Off 4-7; Off 8-11; Off 12-14; Off 15-16; Off 17-19; Off 20-22) der Offenbarung nachlesen.

Doch was nützt uns das? Auch das ändert grundsätzlich unser Mindset, weil es weitreichende Konsequenzen hat. Wenn wir beispielsweise Ungerechtigkeit ertragen müssen, so können wir wissen, dass auch diese Tat nicht unbeobachtet bleibt. „Siehe ich komme bald und mein Lohn mit mir um jeden so zu vergelten, wie sein Werk ist.“ Off 22,12. Die Anwendung könnte man so formulieren: „Rächt euch nicht selbst, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben: „Mein ist die Rache ich will vergelten““ Röm 12,19. Also braucht sich nicht niemand zu rächen, auch wenn sein christenfeindlicher Kollege ihn lügnerisch beim Chef anschwärzt, sondern kann sich zurücklehnen, um dem Zorn Gottes Raum zu geben. Ja, Gott wird ein gerechtes Gericht halten. Finden wir das ungerecht? Ich hoffe nicht.

Ok, aber wie sieht es mit uns aus? Wie können wir in einem Gericht als gerecht erfunden werden, wenn Gott nicht einmal eine Kleinigkeit übersieht? Wie sollen wir einmal vor Gott stehen? Auch hier antwortet die Offenbarung: „Die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern“ Off 7,9 und weiter: „Sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht…“ Off 7,14-15. Die Offenbarung erinnert uns auch an das Erlösungswerk, das Christus für uns getan hat!
Die Offenbarung ermutigt und ermahnt und korrigiert unser Mindset. Ich hoffe, dass unsere Offenbarungsreihe dich motiviert, die Offenbarung zu lesen und zu studieren.