Andachten

Gottes Allgenugsamkeit Teil 2

„Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?“ (Römer 8,31-35)

Nachdem Paulus die erste Frage (Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?) gestellt und damit angefangen hat, Gottes Allgenugsamkeit im Leben eines Christen unter Beweis zu stellen, folgen nun drei weitere Fragen..

Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Diese Frage bringt den Gedanken zum Ausdruck, dass Gott uns letztlich nichts Gutes vorenthalten wird. Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, benutzt Paulus drei starke Argumente. Erstens zeigt uns Paulus den hohen Preis unserer Erlösung auf, der bezeugt, dass Gott keine Kosten gescheut hat, um uns zu erlösen. Es gibt nichts, weder in der sichtbaren noch, in der für uns unsichtbaren Welt, was einen größeren Wert besitzt als Jesus der Sohn Gottes! Was hätte Gott noch zusätzlich geben können, um den Wert des Opfers zu steigern? – Gar Nichts!
Zweitens weist Paulus auf die Wirksamkeit der Erlösung hin. Es ist eben nicht so, dass Jesus nur die Möglichkeit der Erlösung schuf, sodass die Anwendung des Glaubens unserseits notwendig ist, um die Erlösung wirksam werden zu lassen. Die Bibel gebraucht nicht das Bild eines Kranken, der nur die ihm gereichte Medizin einnehmen muss, um gerettet zu werden, noch spricht sie von der Erlösung als von einem Geschenk, dass Jesus allen Menschen anbietet und es nun von der Willenskraft oder Glaubensstärke des Menschen abhängt, um das Geschenk für sich in Anspruch zu nehmen. Vielmehr spricht die Bibel von den Menschen ohne Gott, als von Toten, die von Gott Leben eingehaucht und ein neues Herz bekommen müssen. Paulus macht deutlich, dass der Tod Christi uns alle (alle = siehe Verse 29-30) tatsächlich erlöst hat.
Drittens macht uns Paulus auf die Folgen der Erlösung aufmerksam. Da Christus uns errettet hat, alles von unserer Wiedergeburt bis hin zur Auferstehung sein Werk ist, so wird Christus auch für alle anderen Bedürfnisse in unserem Leben aufkommen (vgl. Mt 6,33).

Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.
Paulus macht mit dieser Frage deutlich, dass keine Anklage uns jemals enterben kann und erinnert uns an Gottes Gnade in der Erwählung. Diejenigen, die Gott rechtfertigt, wurden von ihm von Ewigkeit her zur Erlösung erwählt, sodass ein Widerrufen ihrer Rechtfertigung unmöglich ist. Wenn Gott über einen Menschen das rechtfertigende Urteil verkündigt, obwohl er alle Unzulänglichkeiten dieser Person kennt, kann niemand dieses Urteil anzweifeln. Und sollte Satan oder irgendjemand anderes doch versuchen gegen Gottes Auserwählte Anklage zu erheben, so zeigt uns Paulus auf, dass wir einen Anwalt in Jesus Christus haben, der für uns vor dem Vater eintritt.

Also: Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?
Paulus beantwortet diese Frage in den Versen 38 und 39 und wendet allen Fleiß auf, um uns zu zeigen, dass wir niemals von Christus und seiner Liebe getrennt werden können, da Gottes Liebe ein Resultat seiner bewahrenden Allmacht ist. Mit anderen Worten sagt Paulus, dass nichts und niemand uns von der Liebe Gottes trennen kann, weil die Liebe Gottes uns festhält.

Wenn wir über Gottes Wesen und insbesondere über seine Allgenugsamkeit nachdenken, so bleibt uns nichts anderes übrig, als staunend und voller Dankbarkeit ihn zu loben und anzubeten. Möge Gott uns helfen, dass wir niemals müde werden unserer hohen Berufung, ihn immer mehr und besser kennenzulernen, nachzukommen.

In meinem Herzen wiederhole ich deine Worte: »Kommt vor mein Angesicht, sucht meine Nähe!« Ja, Herr, das will ich tun: ich will vor dein Angesicht treten.
Psalm 27,8